Schlamm, Spital und der Traum von Epic Shit!

(for English just scroll down a wee bit…)

Anscheinend sei die erste Rennsaison meist ein Reinfall. So wurde mir das jedenfalls von so einigen gesagt und scheint für mich ziemlich zutreffend zu sein. Ja, irgendwo ist da der Wurm drin, ein Knopf im Kopf. Wie ich diesen Wurm loswerden und den Knopf lösen kann, na für diesen Ratschlag wäre ich sehr dankbar. Wie auch immer, first things first…

Da war der erste Stopp des Swiss Downhill Cups in Morgins, eigentlich war das ja mehr ein Triathlon als ein Downhill-Rennen: Im Matsch schwimmen, dann mit dem Fahrrad durch den Schlamm rennen und dann noch ein bisschen Fahrradfahren. Noch nie habe ich so Verhältnisse erlebt. Obwohl es Donnerstag und Freitag trocken war und sogar noch die Sonne schien, die Regentage zuvor haben den Track so aufgeweicht, dass er schon nach dem ersten Trainingstag völlig verfahren war. Der Zielsprung, ein schön geshapedes Rivergap wurde gar nicht erst geöffnet, da die Landung nicht austrocknen konnte.

In meinem ersten Trainingslauf wurde ich, wie praktisch jeder andere, von einer flachen und sehr sehr rutschigen Wurzelkurve überrascht und überstreckte dabei meinen Arm. Die Kraft war weg und ich konnte nur noch auf Sparflamme fahren. Schmerzmittel und Chinesischem Wunderspray sei Dank, konnte ich dann doch weiterfahren. Ja und dann folgte ein regnerischer Samstag. Was den ohnehin schon verfahrenen Track zum Schlammfest verwandelte. Einige Sektionen im Wald waren schon fast nicht mehr fahrbar. Dank der Nässe ging es aber noch. Mein Qualilauf war nicht überwältigend, ich pennte rum, machte ein paar Fehler, landete auf einer Linie die ich noch nie gefahren war und musste das Bike ein Stück schieben. Umso erstaunter war ich dann im Ziel, als ich sah dass ich mich als Zweite hinter Geraldine Fink qualifiziert hatte. Da hatte ich doch direkt etwas Freude. Geht doch – und sogar bei solchen Bedingungen und mit halblahmen Arm…

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Sonntag war jedoch dann eine ganz andere Geschichte. Der Regen stoppte und der Matsch verwandelte sich in Lehm. Man hätte mit dem Track Häuser bauen können. Im morgendlichen Training blockierten die Räder, mit Fahren hatte das nichts mehr zu tun, geschweige dann mit Spass. Und es blockierten nicht nur die Räder, nein, auch meine Gabel gab den Geist auf. Bocksteif, kein Stück liess sie sich mehr bewegen. Glücklicherweise war Sergio vom Bike Patcher vor Ort und schraubte mir kurz vor dem Rennlauf noch seine Fox 40 an mein Rad.

Ich raffte mich dann zum Rennen auf, war in den ersten Anliegern noch mit der neuen Gabel und deren etwas anderem Verhalten beschäftigt, schaffte es dann überraschend gut über die erste technische Wurzelpassage und dann begann es… ein Ausrutscher nach dem Anderen, bei Nummer 4 habe ich mit dem Zählen aufgehört, einmal stieg ich noch über den Lenker ab, ein Mal hielt ich an um Geri vorbei zu lassen, ein anderes Mal um meinen verrutschten Neckbrace zu richten. 7 Platz von neun Startenden. Auch wenn die Bedingungen nicht wirklich ein faires Rennen zuliessen und das Resultat, wie alle meinten nicht wirklich zähle, war ich doch bitter enttäuscht.

Direkt eine Woche danach gings dann nach Schladming, zur Runde drei des European Cups und mein Gott hatte ich Spass. Die Strecke war einfach der Hammer. Die Sprünge, die steile technische Wurzelpassage, einfach nur toll… Nach ein paar Kennenlernrunden konnte ich die ganzen Lines fahren und war einfach nur happy. Zusammen mit Vito und Ramun Tschennett hatten wir ein paar coole Trainingsfahrten. Durch den Regen am Freitagabend (beim letzten Run gerieten wir in einen Hagelsturm – auf den Tracks liefen Bäche hinunter und die Wiesenkurven wurden etwas rutschig… 🙂 ) war die Streck am Samstagmorgen etwas rutschig. Im Training war ich nach der Wurzelpassage mit dem einklicken in die Pedalen beschäftigt und rutschte dabei auf einer kleinen Wurzel aus. Ich landete auf meinem Problem-Knie. Ich konnte fühlen, dass es innerhalb des Schoners am anschwillen war, machte aber trotzdem noch meinen Qualirun. Der verlief, ok. Nicht gut, aber ok – bis ich dann in der Wiesenkurve mit dem Vorderrad abrutschte und wieder auf mein Knie fiel. Danach war aus die Maus. Ich beendete im hinteren Drittel und konnte mein Knie nicht mehr beugen.

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Aus diesem Grund entschied ich mich dann auch, am Sonntag nicht mehr an den Start zu gehen. Rustys brillianten Lauf, den er auf dem 17 Platz beendete, verfolgte ich per Livetiming aus dem Schladminger Spital.

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Dahin verfrachteten mich die erste Hilfe Leute nämlich sofort, als sie mein Knie gesehen haben. Nach einer Röntgenaufnahme gaben die Ärzte jedoch Entwarnung und humpelte wieder zurück zum Renngelände. Auch wenn es für mich nicht so toll gelaufen war, das Weekend war Hammer – ich habe mich in die Strecke in Schladming verliebt.

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Ohne Pause gings dann weiter zum zweiten Stopp des German Downhill Cups im Brandnertal im Voralberg. Mein Knie liess sich zwar immer noch nicht wirklich gut biegen, doch von meiner allerbesten Personal Notfall Physiotherapeutin Nadine Roel habe ich ne Anleitung zum Tapen bekommen.

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Nach dem Trackwalk am Freitag entschied ich mich dann jedoch, auf das Fahren zu verzichten. Der Track sah Hammer aus, vor allem die Jumpline mit einem netten Double zum Abschluss war sowas von verlockend. Aber die Wurzelpassagen waren sehr anspruchsvoll und die Chance, dass man sich im einen oder anderen Run mal etwas hinlegt war gross. Und mein Knie konnte zur Zeit einfach gar nichts ertragen, nicht einmal eine Kollision mit einem Marschmellow. Und in Hinblick auf den nächsten EDC in Spicak nächste Woche, den ich unbedingt fahren will, liess ich mein Bike in der «Garage».

Ja, die Rennserien in Europa stehen bis jetzt nicht unter einem guten Stern. Ich weiss, wie schon erwähnt nicht, wie ich meinen Knopf lösen kann. Es ist einfach etwas frustrierend. Ich weiss dass ich es kann, dass ich gute Resultate einfahren kann. Aber die Misserfolge häufen sich und der Schatten wird immer grösser. Ich sehe Mädels auf dem Podest die ich in einer von mir lahm empfundenen Quali schlage. Sobald die Uhr tickt mach ich Blödsinn, habe Pech, regiere falsch… jedes mal ist es etwas anderes.

Nicht verzagen, weiter Rennen fahren und den Glauben an mich nicht verlieren. Und vor allem Spass an den Tracks haben…

Und irgendwann wird sich dann mein Traum mal erfüllen und ich werd mich nach Kanada verziehen. Und dort können mir die Rennen dann gestohlen bleiben. Da pfeiff ich dann darauf ne Nummer zu sein. Dort wird nur noch nach einem Motto gelebt: Do epic shit!

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Mud, hospitals and the dream of epic Shit!

Apparently the first racing season is usually pants, so I was told by many people and it seems to be pretty accurate in my case. Yes, something’s not right in my racing head and I don’t really know yet to sort that out. I would be very grateful for the solution but anyway, first things first…

First was the first stop of the Swiss Downhill Cup in Morgins. Well actually it was more a triathlon than one downhill race: swimming in dirt puddles, then running with the bike through the mudd and a little bit of bike riding. I have never experienced such conditions. Although it was dry on Thursday and Friday with even some sun shine, the rain of the days before have soaked and softened the track so it was already quite destroyed after the first day of practice. The end jump – a lovely made river gap – was not even opened because they couldn’t hard pack the landing.

In my first training run, like virtually every other rider, I got caught by a flat and very very slippery rooty corner and overstretched my ellbow. The strength was gone and I was riding on the back burner. Painkillers and Chinese miracle spray helped me so I could continue riding. Well, and then followed a rainy Saturday. The already destroyed track turned into a mud festival. Some sections in the forest were almost no longer rideable. My quali run was not overwhelming, I was dreaming, made a few mistakes, landed on a line that I had never ridden before and had to push my bike in some sections. I was quite surprised in the finish when I realized that I had qualified second behind Geraldine Fink. Happy times – considering the conditions and my semi-lame arm …

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Sunday was an entirely different story. The rain stopped and the mud turned into clay. You could have built houses with the track. In the morning training the wheels blocked up with all the gue. It didn’t have anything to do with riding anymore. And not only my wheels blocked, but also my fork. Stiff as, it wouldn’t move a single inch anymore. Fortunately Sergio from the bike Patcher was there and helped me out by putting his Fox 40 on my bike just before my race run.

It took me the first berms to get used to the other fork, managed then surprisingly well to get through the first technical root section and then it began … one crash after another, I stopped counting after number 4. Once I went over the handlebars, once I stopped to let Geri pass, another time to adjust my neckbrace. 7th out of nine. Even if the conditions did not really permit a fair race and, as everyone said, the results did not really count, I was bitterly disappointed.

Directly a week later we went to Schladming, for round three of the European Cup and oh my God, I had fun. The track was just awesome. The jumps, the steep technical root section, just great … After a few laps I started to know the track, was able to ride all the lines and was just happy. Together with Vito and Ramun Tschennett we had some cool training rides. Because of the rain at Friday evening (on our last run we were caught in a hail storm – streams were running down the track and the grassy offcamber corners were slightly slippery … :-)) it was all a bit slippery on Saturday morning. In training I was occupied with clipping back into my pedals and slipped on a small root. I landed on my spaz-knee. I could feel that it was swelling up, ignored it and went for my Qualirun. That went, ok. Not good, but ok – until my front slipped in the grassy corner and I fell again on my knee. That was it. I finished in the lower third and could not bend my knee anymore.

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Thats why I decided then not to start on Sunday. Rusty’s brilliant run (he finished 17th place), I followed via live timing from Schladming hospital.

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Thats where the first aid people brought me immediately as they saw my knee. However, after an X-ray the doctors gave the all-clear and I limped back to the race track. Even if it didn’t turn out overly great for me racewise, the weekend was a blast – I am in love with the track in Schladming.

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Without a break we went on to the second stop of the German Downhill Cup in Brandnertal in Vorarlberg. My knee was still quite bruised and swollen, but I got some instructions for taping from my very best personal emergency physiotherapist Nadine Roel.

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After track walk on Friday, I decided, however, not to ride this weekend. The track looked sweet. Especially the jump line with a nice big double at the end looked really tempting. But the root sections were very demanding and the chance that you have a little off was really big. And with my knee I couldn’t afford the tiniest little thing, not even a collision with a Marshmellow. Regarding the next stop of EDC in Spicak next week, which I really really wanna race, I left my bike in the „Garage“.

Yes, the race series in Europe aren’t really under a lucky star. I don’t know, as I’ve already mentioned, how I can sort my head out. It’s just a bit frustrating. I know I’m a good rider and I can get good results. But the failures pile up and the shadow of them are growing. I see girls on the podium which I beat with, in my oppinion, lame quali runs. But once the clock is ticking I make mistakes, have bad luck, react wrongly… every time it is something else.

Well I just try not to loose my faith in me, continue racing and especially having fun on the tracks…

And someday my dream will come true and I’ll move to Canada. And there I will give a f*** about racing. I’m not gonna be a number anymore and just live by one thing: Do epic shit!

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Third time lucky… not!!

(Für Deutsch einfach mal weiter runter scrollen)

I knew I was pretty lazy lately with the whole blogging and that I owed you guys a few race reports… But when I saw that the last entry was from the first half of our New Zealand adventure, I was a little bit surprised.

Well since then a lot of things have happened. First, I just let a few pictures speak about our road trip through the South Island in New Zealand.

Man, how I miss the island and especially its riding:

However, the next Queenstown trip is already planned around February / March / April.

After New Zealand and a little stopover in England we packed Verity and headed to Switzerland, where we are temporarily settled at the moment. I got my old job as a journalist in the Engadiner Post working 60 percent and the Rustyman found a great job as a part-time bike mechanic at The Bike Patcher in Müstair which gives us enough time then to race the IXS Downhill Cup series.

The first stop of the European DH Cup was Kranjska Gora in Slovenia. After a fairly long drive and just over two hours of traffic jams, we made it through Italy, Austria to Slovenia. I have heard a lot about the track and these were no empty promises. The track was just amazing! Rough roots, nice big jumps, steep sections, fast passages through the forest – there was just a bit of everything. I threw myself literally into training – ripped a toenail off at one point and at another I let my well-known spaz-knee swell back to size XL. So I limped bravely through the world. Walking was bad, but riding was allright so I rather concentrated on the latter. My qualirun I brought down without major errors, just that I took it way too easy and simply forgot pedaling. What course reproduced in time: 11th place with 11.6 seconds off first place. I knew that there was still a lot to get out of my time if I would actually use my pedals. I did this vigorously in racing had a good run through the technical top bit, went 7-fastest through the split time but then made a small mistake which resulted that I fell in a burm whilst my bike ejected from the track down onto the fire road and I could climb down there. I managed to push and heave the bike again up onto the track, which of course cost me loads of time and I finished in 18th place. At least, I was not last as there were 22 riders but considering the good split time, of course I was extremely disappointed. Oh and Rusty? How did Rusty? He qualified with a solid 2:59 on the 28th place – with 55 participants in the middle of the pack. But then he messed up his start times and missed his race run. So accordingly to the day’s happenings we weren’t really in party mood on the way home. But hey, Kranjska Gora – a super duper track! Despite the pants race day, it was a really great weekend on the bike.

(Foto left by Matthias Fischer Photography)

So all the hope was on the first round of the German Downhill Cup at Dirtmasters Festival in Winterberg. Starting positions were sold out within a day, so unfortunately only me was racing and Rusty could concentrate on his care function – which he did on race day sacrificially, but more on that later. The track in Winterberg was okay, you can ride there, but you don’t have to. Apart from the last steep section it was not really exciting but hey, I do not wanna complain – its all about being on the bycicle. And so I did, practice went well, Rusty meanwhile, was having fun on the other tracks with Nadine, a really cool girl from Davos. I knew her from Social Media, but finally get to know her personally in Winterberg. The qualifying race I managed without any major problems, but rode – still Kranjska Gora in mind – too much on safety. I ended up 9.0 seconds behind leading Morgan Charre again on 11th place. And then there was Sunday and with it came the snow. From bone dry dust to slush, yey, Winterberg – the name was program. Rusty wrapped me in thick winter clothes and accompanied me to the start. And I took everything to heart what I previously screwed up. Despite the slippery conditions I pedaled where I could, had a really good run and just as I came around the last open grassy corners and rode toward the last and only technical section, I saw her: I had caught up the rider in front of me. I yelled but she did not get out of my way. When I tried to overtake her I crashed, she rode on and when I went for the last steep section she was again lying in my line. My racerun was completely messed up and I ended the disaster on the 11th place with 17 riders.

(Fotos by DK Fotos)

Third time lucky, as the saying goes. For the second round of the European Cup in Willingen last weekend, I just had one goal – just have fun. And I had. The track was not really the most exiting one, but there were some nice jumps and a few gap options. There is a reason the former World Cup track is being called a big BMX Track.

So Rusty and I steadily made friends with the jumps and their blind take-offs and we had a blast. Rusty was able to ride his Qualirun in the dry, but made a big mistake which cost him a few seconds and he ended on the 30th place with 56 riders. And just when I was warming up for my Qualirun a storm over Willingen broke out. So I rode down the track, respectively the river and was just happy that I made it down in these conditions without falling. 10th place, and with that Top Training for Sunday – I was satisfied.

Sunday was again predicted rain but it stayed dry. The conditions in training were quite interesting – upper part grippy bottom part like ice – but it dried out pretty much during the day. Rusty was confident – pedaled into the first few jumps and bam, after the fourth jump he lost his chain. More than bad luck and because the track was quite flat you couldn’t just rock an easy-peasy-chainless-run. Nevertheless, he still made it to the 31th place. And then it was my turn. And everything was great, I could land all the jumps nice and clean, pedaled like a big girl, had a top run until, guess what… in a tech section my front washed and I lay in the mud again. Getting up, get the bike and ride off again. The rest of the track was alright and then look at the time: Despite my crash I was only 11.6 seconds off the winning time and 8.3 seconds off the third place. I finished the race on the 10th position. If I had not lain down, the podium would have been quite close. Could, would, should, it doesn’t help.

In the last three races we were both weren’t really blessed with luck. We like the race but the race does not like us. Anyway. Last weekend showed me that I can mix with the fast girls, if I would simply keep the rubber side down. But hey, the main thing is to just send it avoid all the Chicken Lines, riding all the big lines and have fun! And then I’ll just prefer «doing a Bruni», and give a little too much «Braap» then just do a nice and safe ride down. Next Stop Swiss Cup in Morgin! Go hard or go home!

 

Aller guten Un-Dinge sind drei

Ich wusste ja, dass ich in letzter Zeit ziemlich faul war mit bloggen und dass noch ein paar Rennberichte ausstanden… Aber als ich gesehen habe, dass der letzte Eintrag jener, von der ersten Hälfte Neuseelands war, war ich dann doch etwas überrascht.

Gut seit dann ist natürlich einiges geschehen. Erst einmal lass ich jedoch noch ein paar Bilder sprechen, um den Roadtrip durch die Südinsel in Neuseeland abzurunden.

Mensch, wie ich die Insel und vorallem das dortige Fahrradfahren vermisse:

So wie’s aussieht ist jedoch der nächste Queenstown-Trip für irgdenwann Februar/März/April angedacht.

Nach Neuseeland ging es dann über England in die Schweiz, wo wir vorübergehend einmal sesshaft sind. Ich hab meinen alten Job als Journalistin bei der Engadiner Post zu 60 Prozent wieder aufgenommen und the Rustyman fand eine tolle Stelle als Teilzeit Bike-Mechaniker beim Bike Patcher in Müstair. Genügen Zeit also um die IXS Downhill Cup Serien mitzufahren.

Der erste Stopp des European DH Cups war Kranjska Gora in Slowenien. Nach einer ziemlich langen Fahrt und gut zwei Stunden Stau schafften wir es über Italien, Österreich nach Slowenien. Ich habe schon so einiges gehört über den Track und es waren keine leeren Versprechungen. Der Track war schlichtweg Hammer! Grobe Wurzelpassagen, schöne grosse Sprünge, steile Abschnitte, schnelle Passagen durch den Wald – da war einfach von allem etwas. Ich stürzte mich dann mal wortwörtlich ins Training – riss mir dabei einmal einen Zehennagel aus und ein anderes mal liess ich mein altbekanntes Spastenknie wieder auf Size XL anschwellen. So humpelte ich wacker durch die Gegend. Gehen war schlecht, fahren ging aber und so konzentrierte ich mich dann halt einfach eher auf letzteres. Den Qualilauf brachte ich ohne gröbere Fehler runter, einfach dass ich es einfach gemütlich nahm und schlicht vergass zu pedalieren. Was sich natürlich in der Zeit wiedergab: 11. Platz mit 11.6 Sekunden Rückstand auf Platz eins. Ich wusste dass da noch einiges drinlag, wenn ich dann auch mal meine Pedalen benützen würde. Dies tat ich dann auch im Rennlauf kräftig. Ich hatte einen guten Lauf durch den technischen oberen Teil, ging als 7.-schnellste durch die Zwischenzeit und machte grad danach einen kleinen Fahrfehler was darin resultierte, dass ich in der Kurve danach über den Anlieger hinaus fiel, mein Bike wurdevom Track hinunter geworfen und ich konnte mal flott klettern gehen. Ich schaffte es mit aller Not das Bike dann wieder auf den Track hoch zu hieven, was mich natürlich extrem Zeit kostete und mich auf den 18. Schlussrang versetzte. Immerhin war ich bei 22 Startenden nicht Letzte aber gerade nach der Zwischenzeit, war ich natürlich extrem enttäuscht. Oh und Rusty? Was machte Rusty? Er qualifizierte sich mit soliden 2:59 auf dem 28. Rang – bei 55 Teilnehmenden gutes Mittelmass, doch er wusste dass da noch meh drinlag. Oder wohl dringelegen hätte, denn der Gute vertauschte bei den Startzeiten was und verpasste seinen Rennlauf. Bei der Heimfahrt herrschte also dementsprechend nicht gerade Partystimmung. Aber hey, Kranjska Gora – supergenialer Track, trotz dem verkackten Renntag war es ein richtig tolles Wochenende auf dem Fahrrad.

(Foto links by Matthias Fischer Photography)

Ich setzte also all meine Hoffnungen auf die erste Runde des German Downhill Cups am Dirtmasters Festival in Winterberg. Da die Startplätze innerhalb eines Tages ausverkauft waren, war leider nur ich am Start und Rusty konnte sich ganz auf seine Betreuerfunktion konzentrieren – was er vorallem am Renntag aufopferungsvoll tat, aber dazu später. Der Track in Winterberg war oke, kann man machen, muss man aber nicht. Abgesehen vom letzten Steilstück war es nicht gerade spannend aber he, will mich nicht beklagen – hauptsache Fahrradfahren. Und das tat ich auch, Training lief gut, Rusty amüsierte sich derweil auf den anderen Tracks mit Nadine, einem ganz tollen Mädel aus Davos, die ich zwar von Social Media her kannte, aber in Winterberg dann endlich mal persönlich kennenlernen durfte. Den Qualilauf brachte ich ohne grössere Probleme wieder hinter mich, fuhr aber – immer noch Kranjska Gora im Hinterkopf – viel zu viel auf Sicherheit. Ich landete mit 9.0 Sekunden Rückstand auf Morgan Charre wieder einmal auf Platz 11. Und dann kam Sonntag und mit ihm der Schnee. Von staubtrocken zu Schneematsch, yey, Winterberg – der Name war Programm. Rusty begleitete mich mich dick eingepackt in Winterklamotten zum Start. Und ich nahm mir alles zu Herzen was ich zuvor verbockt hatte. Trotz den rutschigen Bedinungen pedalierte ich wo ich nur konnte, hatte einen wirklich guten Lauf und gerade als ich um die letzte offene Graskurve kam und in Richtung letzter und einzig technischer Abschnitt fuhr, sah ich sie: Ich hatte die Fahrerin vor mir aufgeholt. Ich schrie was ich konnte doch sie ging mir nicht aus dem Weg. Als ich versuchte an ihr vorbeizufahren, stürtze ich sie fuhr weiter und als ich danach ins letzte Steilstück fuhr lag sie in meiner Linie. Mein Rennlauf war also komplett versaut und ich beendete das Desaster auf dem 11. Rang bei 17 Fahrerinnen.

(Fotos by DK Fotos)

Third time lucky, wie es auf Englisch so schön heisst. Für die zweite Runde des European Cups in Willingen am vergangenen Wochenende habe ich mir dann nur eines vorgenommen – einfach nur Spass haben. Und das hatte ich. Die Strecke war jetzt auch nicht wirklich die anspruchvollste, aber sie hatte ein paar schöne Sprünge und ein paar nette Gap-Möglichkeiten. Der ehemalige Weltcup-Track wird nicht umsonst als grosse BMX-Strecke bezeichnet.

So tasteten und Rusty und ich langsam an die Sprünge mit teilweise blinden Take-offs und hatten wirklich Spass. Rusty konnte seinen Qualirun im Trockenen fahren, hatte jedoch einen groben Fehler, den ihn ein paar Sekunden kostete und endete auf dem 30. Platz bei 56 Ridern. Und gerade als ich mich dann für meinen Qualirun am Aufwärmen war brach ein Gewitter über Willingen aus. Ich fuhr also den Track, respektive Bach hinunter und war einfach nur zufrieden, dass ich es bei den Bedinungen ohne Sturz ins Ziel schaffte. 10. Platz, und damit Top Training für den Sonntag – ich war zufrieden.

Sonntag war zwar wieder Regen angesagt aber es blieb trocken. Nachdem die Bedingungen im Training recht interessant waren – oberer Teil griffig unterer Teil wie Glatteis – trocknete es im verlauf des Tages ziemlich aus. Rusty war zuversichtlich – pedalierte in die ersten paar Sprünge und bam- verlor er ganz nach dem vierten Sprung seine Kette. Mehr als Pech und da der Track ziemlich flach war war nix mit einem easy chainless Lauf. Trotzdem schaffte er es immer noch auf den 31. Rang. Und dann war ich an der Reihe. Und alles lief top, ich konnte alle Sprünge sauber landen, pedalierte wie eine Grosse, hatte einen Top Run bis- na, was wohl? – genau mir bei einem Tech-Abschnitt das Vorderrad verreiste und ich wieder mal im Schlamm lag. Aufstehehn, Fahrrad holen und wieder los fahren. Der Rest lief wieder super und dann der Blick auf die Uhr: Trotz Sturz hatte ich lediglich 11.6 Sekunden Rückstand auf Rang eins und 8.3 Sekunden auf die Drittplatzierte. Ich beendete den Lauf auf dem 10. Schlussrang. Hätte ich mich nicht hingelegt, wäre das Podium wohl gar nicht so weit entfernt gewesen. Hätte, wäre, würde nützt nix.

Bei den letzten drei Rennen waren wir beide wohl nicht gerade Gustav Gans. Wir mögen Rennen aber Rennen mag uns nicht. Wie auch immer. Gerade letztes Wochenende hat mir gezeigt, dass ich im vorderen Teil mitfahren könnte, wenn ich dann einfach mal dieses Umfallen weglassen würde. Aber ja, Hauptsache keine Chickenlines fahren, grosse Lines fahren und Spass dabei haben! Und dann mach ich halt lieber einen «Bruni», geb ein bisschen zu viel Braap als dass ich schön brav und safe runterfahre. Next Stop Swiss Cup in Morgin! Go hard or go home!

 

Rotorua – der Ort an dem die Erde kocht

(if you wanna read this in English, just scroll down)

Es scheint, als seien wir erst gerade in Auckland gelandet, doch kaum zu glauben, sind seit dann schon vier Wochen vergangen. Inzwischen haben wir uns an den Kiwi-Slang gewöhnt, gelten in Rotorua beinahe schon als Locals und zeigen den Bike-Neulingen gerne Geheimtipps in Sachen Tracks. Nach unseren ersten Tagen in Auckland fuhren wir mit unserer Bagage im Bus nach Rotorua – einer von Neuseelands Top Touristen Hotspots. Rotorua ist den Bikern nicht nur wegen dem grossen Trailnetz im Redwood Forest ein Begriff, sondern auch als Austragungsort von Crankworx und weil zwei von Neuseelands drei Uplift-Services in dem kleineren Städchen sind.

Bei normalen Touristen kommt Rotorua vorallem wegen der Geothermischen Aktivitäten auf die Besuchsliste. Geysire, brodelnde Schlammpools, heisse Quellen gibt es hier an jedem Eck und der Geruch von Schwefel respektive Ei liegt alleweil in der Luft.

Spontan wie wir sind hatten wir unsere Unterkunft für unseren ersten Monat hier in Rotorua kurz bevor dem Abflug in Gatwick gebucht. Und hei hatten wir Glück. Sabrina und Josh nahmen uns (aus Mitleid weil wir sonst wohl nichts anderes gefunden hätten – wie sie uns später mitteilten) ebenso spontan auf. Ihr kleines Haus liegt perfekt zwischen den zwei Bikespots hier in Rotorua und die zwei räumten sogar ihre Wohnung um, damit wir unsere Bike bei ihnen im Wohnzimmer verstauen konnten.

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Wir bekamen einen Schlüssel, unser eigenes Zimmer, eine Toilette, eine Dusche und einen Kühlschrank zur Selbstbedienung – ein Luxus, den wir uns nach unserem Vanlife in den letzten Monaten schon fast nicht mehr gewöhnt sind.

Unser Tagesablauf war simpel: Ausschlafen, anziehen, entscheiden ob wir entweder zum Bikepark Skyline fahren oder ob wir eher den Upliftservice von Southstar Shuttles in den Redwoods nutzen, je nach Entscheidung 30 oder 15 Minuten dorthin radeln, Freude haben, zurückradeln, Nachtessen, mit Josh und Sabrina vor dem überdimensional riesigen Ferneher fläzen und danach schlafen gehen.

Jawohl, biken jeden Tag. Redwoods ist eher Trailbike-Terrain und da wir nur unsere Downhiller mitnehmen konnten waren wir auf teils Tracks etwas überbedient. Aber wir fanden ein paar tolle natürliche und technische Trails, nicht offizielle, sausteile Local-Tracks und den National Downhill Track, der immer wieder Freude machte.

Der Skyline Bikepark auf der anderen Seite des Städtchens bot einen angenehmen Kontrast zu Redwoods. Wenn auch die Runs ziemlich kurz sind, die Features sind extrem gut gebaut und machen Freude zu springen. Die Kombination der beiden Orte hat uns für diesen Monat sehr gut unterhalten.

Um unseren Körpern etwas ruhe zu geben, verordneten wir uns jede Woche mindestens ein Tag Off-Bike Zeit. Zudem wollen wir Neuseeland nicht verlassen, ohne auch etwas von dem Land gesehen zu haben. Uns so meldeten wir uns in der ersten Woche für eine Canopy-Tour an. Wie die Äffchen (die hier in Neuseeland nicht existieren – nur Vögel und Possums) bewegten wir uns zwei Stunden per Ziplines und Hängebrücken von Platform zu Platform hoch in den Bäumen fort. Nett war es, jawohl, durch den Dschungel zu fliegen.

An einem anderen Tag hatten Sabrina und Josh gemeinsam frei (was eine Seltenheit ist, da beide auch an Wochenenden arbeiten). Gemeinsam fuhren wir nach Wai-o-Tapu, wo wir uns geothermische Pools, und einen Geysir anschauten.

Danach zeigten sie uns einen heissen Pool – ein natürlicher Bach, der durch die geothermische Aktivität sauheiss ist. Einen weiteren solchen Fluss haben Rusty und ich nach unserer Wanderung zur Spitze des Rainbow Mountains entdeckt. Wir schoben unsere Bikes bis zum Gipfel und fuhren über einen Biketrail – der oke ist – hinunter zu dem heissen Fluss. Wie gesagt, der Trail selber ist nicht umwerfend, das ganze Erlebnis mit dem Hike durch den Busch, der Aussicht und der Abfahrt mit dem anschliessenden Bad ist jedoch toll.

Ein weiteres Highlight stand für mich Ende der zweiten Woche an wo wir mit Sabrina und Josh nach Hobbiton fuhren. Nicht nur konnten wir das Filmset besichtigen, wo für Lord of the Rings und den Hobbit gedreht wurden, nein, am Schluss der Tour konnten wir im “Green Dragon” Bier und Cider trinken und uns wie Frodo, Sam, Pippin und Merry fühlen. Ich glaube, mir sind danach sogar ein paar Haare auf meinen Füssen gewachsen.

Mehr Lord of the Rings-Tourismus ist für die kommende Zeit geplant – ich kann es kaum erwarten. Nach der Hobbit-Tour wanderten wir zu den Wairara-Fällen hoch – was extrem beeindruckend war und ich einfach mal die Bilder sprechen lasse.

Gestern erfüllte ich mir selber dann noch einen weiteren Wunsch und ich meldete mich für ein Black Water Rafting in den Waitomo Höhlen an. Fünfstunden kletterte ich mit sechs anderen Höhlenforschern duch die Dunkelheit – staunte über die vielen Glühwürmchen, schwamm und stoplerte 60 Meter unter der Erde durch einen Fluss, surrte an einer Zipline durch komplette Dunkelheit, seilte mich durch ein enges Loch ab, kletterte ein paar Wasserfälle hoch und machte einen Frontflip in dunkle Gewässer. Hat gefetzt!

Nun jedoch ist die Zeit gekommen uns von Rotorua zu verabschieden. “Mildred” unser Toyota Hiace, den wir vor einer Woche gekauft haben, ist gepackt und bereit.

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Nach einem Byebye Dinner mit den Lieben Josh und Sabrina – einem Kiwi-Style Raclette – werden wir uns Morgen in Richtung Süden aufmachen. Das Ziel: Little Whistler aka Queenstown. Wann wir dort ankommen? Hängt von Mildred und ihrem launischen Motor ab. Wir werden auf dem Rückweg wieder in Rotorua halten, denn ich habe noch ein Date mit einem sehr grossen Step-Up hier. Aber bis dahin – Roadtrip!!

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Rotorua – the place where the earth is boiling

It seems as if we only just landed in Auckland. Hard to believe that already a month has passed since then. Meanwhile, we got used to the Kiwi Slang, almost count as locals here in Rotorua and show secret trails to the bike newbies. After our first few days in Auckland we dragged our baggage on a coach which took us to Rotorua – one of New Zealands tourist hotspots. For riders, Rotorua is not only known for the large trail network in the Redwood Forest, but also as a venue for Crankworx and because two of New Zealand’s three Uplift services are here in town.

For as normal tourists Rotorua is mainly because popular for its geothermal activity. One finds geysers, boiling mud pools, hot springs all over and the smell of sulfur respectively egg is always in the air.

Spontaneous as we are, we booked our accommodation for our first month here in Rotorua just before departure at Gatwick. And dayum, we were lucky. Sabrina and Josh gave us shelter spontaneously (out of pity because otherwise we probably wouldnt have found anything – as they told us later). Their little house is situated perfectly between the two bike spots here in Rotorua and the two even cleard their apartment out in order, so that we could store our bike in their living room.

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We were given a key, our own room, a toilet, a shower and a fridge for self-service – a luxury that we are almost not used to anymore considering we’ve been living in our van for the last couple of months.

Our daily routine was simple: Sleeping in, get dressed, decide whether to go to the bike park Skyline or if we rather use the Upliftservice of Southstar Shuttles in the redwoods, depending on the decision a 30 or 15 minutes ride to the spot of choice, having fun, riding back, having dinner, slouching in front of the colossal giant of a telly with Josh and Sabrina and then sleepy time.

Yes, riding every day. Redwoods is rather Trailbike terrain and because we were only able to take our downhill we were a bit overbiked there. But we found a couple of great natural and technical trails, unofficial and super steep local tracks and the National Downhill track which was always a blast.

The Skyline bike park on the other side of town was a pleasant contrast to Redwoods. Even though the runs are quite short, the features are extremely well built and are just so much fun to jump. The combination of the two places kept us well entertained for this month.

To give our bodies some rest, we prescribed ourselfs at least one day of off-bike time a week. Also do not want to leave without having seen some of this beautiful country. So in the first week we signed up for a Canopy Tour. Like monkeys (which do not exist here in New Zealand – only birds and possums) we moved two hours per ziplines and suspension bridges from platform to platform, high up in the trees. Nice it was, yes, flying through the jungle.

On another day, Sabrina and Josh had a day off together (which is a rarity, since both are also working on weekends). Together we went to Wai-o-Tapu, where we checked out some geothermal pools and a geyser.

After that they showed us a hot pool where we could have a swim – a natural creek which is very hot just by geothermal activity. Rusty and I explored another natural hot pool after our hike to the top of the Rainbow Mountains. We pushed our bikes up to the top and rode down on a bike track down to the hot river. The track itself is allright, not great, but the whole experience with the hike through the bush, the views and the descent to the subsequent bath is however great.

Another highlight for me followed at the end of the second week where we drove with Sabrina and Josh to Hobbiton. Not only were we able to visit the movie set where Peter Jackson shot the Hobit-Scenes of Lord of the Rings and the Hobbit, no, at the end of the tour we could go to the „Green Dragon“ for some Beers and Ciders and feel like Frodo, Sam, Pippin and Merry. I think there were even a few hairs growing on my feet after that.

More Lord of the Rings-tourism is planned – I can not wait. After the Hobbit tour we hiked up to the Wairara falls – which was extremely impressive – I think I just let the pictures speak.

Yesterday I fullfilled myself another wish and signed up for a Blackwater Rafting at the Waitomo Caves in. For five hours I was climbing with six other cavers through darkness – facineted by gloworms I was swimming and stumbling through an underground river 60 meter below the surface, flying on a zipline through complete darkness, I had many fun!!! (Yes this expression is completely legit for insiders)

But now the time has come to say goodbye to Rotorua. „Mildred“ our Toyota Hiace, we bought a week ago, is packed and ready.

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After a byebye dinner with lovely Josh and Sabrina – a Kiwi-Style Raclette – we gonna head South tomorrow. The goal: Little Whistler aka Queenstown. When we get there? Depends on Mildred and her capricious engine. We will be back in Rotorua, because I still have a date with a very large step-up here. But until then – Road Trip!!

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Kanada – Schottland – Schweiz – Neuseeland

For english readers – just scroll down

Ich hatte noch etwas Zeit vor, zwei Monate um genau zu sein, zwischen der Rückkehr von Kanada und unserem Winterabenteuer Neuseeland. Um PWS (Post-Whistler-Syndrom) einigermassen in Grenzen zu halten, hatten wir schon seit langem den Roadtrip durch Schottland geplant. Nach einem kurzen Abstecher nach Wales ging es direkt nach Ae und Innerleithen, wo wir uns mit zwei Tagen Uplift Service verwöhnten. Danach war jedoch die Zeit für die Trailbikes gekommen und wir erkundeten Schottland, seine Natur, Wälder, Hügel und Ebenen. Wir übernachteten an wundervollen Orten.

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Wir besuchten den nordöstlichsten und den nördlichsten Punkt Grossbritanniens.

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Wir entdeckten richtig gute Bikespots wie Laggan Wolftrax, Golspie, Glencoe oder den Weltcup Track in Fort William.

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Und wir sahen Seeadler, Delfine und Seehunde auf der Isle of Sky.

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Drei Wochen verbrachten wir in dem wundervollen Land, dessen Bewohner so offen, freundlich und hilfsbereit sind. Lediglich zwei Tage waren regnerisch, die restliche Zeit schien die Sonne, ja es war zeitweise sogar wärmer als in Barcelona.

Die Zeit flog und schon bald stand das erste von zwei gebuchten Rennen in Wales an. Wir verliessen Schottland mit einem etwas schwerem Herzen. Dass Wissen jedoch, dass mein neues Downhillbike auf mich wartet, tröstete mich relativ bald darüber hinweg. Ich wusste, dass die Jungs and Mädels von Solid Bikes gute Fahrräder machen, die auch richtig gut aussahen. Aber als ich dann das erste Mal auf meinem Solid Strike Flare – dem ersten frauenspezifischen Downhillbike – sass, war ich hin und weg. Das Bike schwebt über jeden Untergrund und oh mein Gott, rollt das Ding schnell.

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Das zeigte mir auch das erste Rennen in Caersws – bei dem ich auf dem ersten Platz landete. Das Rennen machte extrem Spass – ein technischer Track mit einem Roadgap, Stepdowns, Gapjumps und steilen Wurzelpassagen.

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Der Regen blieb das ganze Wochenende und der Track war loose und trocken – nahezu spanische Konditionen. Nicht ganz so trocken war es dann drei Wochen später an den Midland Champs und der finalen Runde der Boarderline Series in Moelfre. Strömender Regen und Sturmböhen machen den eigentlich recht einfachen Track dann doch etwas tricky. Einfach nicht vom Track geblasen werden, das war die Herausforderung.

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Das gelang mir doch einigermassen gut und so gewann ich auch diese Runde, dieses Mal mit einem Vorsprung von 13 Sekunden. Und mit dem Gewinn holte ich auch den Overall Sieg der Serie.

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Ich sags ja, Solid!

Da die zwei Rennen drei Wochen auseinanderlagen und wir in dieser Zeit nichts vor hatten, entschieden wir uns spontan noch für zwei Wochen in die Schweiz zu fliegen. Vor der langen Reise nochmals meine Familie und Freunde zu sehen, tat sehr gut. Und es wurde mir klar, wie sehr ich es vermisse, meine lieben Leute in Reichweite zu haben. Frei und ohne Verpflichtungen in der Welt herum zu reisen ist toll, aber nach nun zwei Jahren sehne ich mich nach einem Plätzchen, einem zu Hause, mit meinen Liebsten in der Nähe.

Doch bevor wir uns ernsthaft darum Gedanken machen, steht nun unser nächstes Winterabenteuer an – Neuseeland. Und so sitze ich nun, nach Kanada, Schottland und der Schweiz in einem Hotelzimmer in Auckland. Gut 30 Stunden dauerte unsere Reise zur anderen Seite der Welt von London Gatwick über Dubai und Brisbane nach Auckland auf der Nordinsel.

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Nachdem wir in dem von uns gebuchten Backpacker Hotel persönlich beleidigten wurden, da wir uns weigerten unsere Bikeboxen drei Tage in einem für jedermann zugänglichen Innenhof abzustellen, fugten wir unsere Bagage ins nahegelegen Ibis Buget wo wir dann solide 15 Stunden durchschliefen. Falls jemand von euch nach Auckland fliegen sollte – Hände weg von der Skyway Lodge! Schrecklicher Ort mit noch viel schrecklicherem Staff!!! Und so geniessen wir die Annhemlichkeiten eines richtigen Hotels mit Dusche und bequemen Bett, bis wir dann morgen mit dem Bus nach Rotorua fahren, unser Air BnB Heim beziehen, unsere Bikes aufbauen und dann SOLID für einen Monat Rotoruas Trails shredden – bring it on!

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Canada – Scotland – Switzerland – New Zealand

There was a bit of time left, two months to be exact, between returning from Canada and our winter adventure New Zealand. To keep the PWS (Post-Whistler syndrome) reasonably low, we followed our road trip plans to Scotland pretty immediately. After a short visit to Wales we went straight to Ae and Innerleithen, where we treated ourselfs with two days Uplift Service. Thereafter, however, the time had come for the trail bikes and we explored Scotland, its nature, forests, hills and plains. We stayed at wonderful places.

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We visited the most north-easterly and northernly point of the Brithish mainland.

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We discovered really good bike spots like Laggan Wolftrax, Golspie, Glencoe and the World Cup track in Fort William.

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And we saw eagles, dolphins and seals on the Isle of Sky.

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Three weeks we spent in this wonderful country whose people are so open, friendly and helpful. Only two days were a bit rainy, the rest of the time the sun was shining and at some point it was even warmer than in Barcelona.

The time was flying and soon it was time for the first of two races in Wales. We left Scotland with a slightly heavy heart. But the knowledge, however, that my new downhill bike was waiting for me, comforted me relatively soon. I knew the guys of Solid Bikes make good bikes which also looked really good. But when I then sat on my Solid Strike Flare – the first women’s specific downhill bike – for the first time, I was blown away. The bikefloats over every surface and oh my god, that thing rolls quickly.

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Which also showed the first race in Caersws where I ended up in first place. The race was extremely fun – a technical track with a roadgap, step downs, gapjumps and steep rooty sections.

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The rain stayed away for the whole weekend and so the track was loose and dry – almost Spanish conditions. Not quite as dry was it three weeks later at the Midland Champs and the final round of the Boarderline Series in Moelfre. Pouring rain and galeforce winds made the actual quite simple track something tricky. Not being blown off the track was the challenge.

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I succeeded reasonably well and I won this round, this time by a margin of 13 seconds. And with the win I also took the overall win of the Series.

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I’d say quite Solid!

Since the two races were three weeks apart and we had nothing planned for this time, we spontaneously decided to fly to Switzerland for two weeks. To see my family and friends before the long journey was so good. And I realized how much I miss it to have my dear people within reach. Traveling around the world free and without responsabilities is great, but now after two years, I long for a place, a home, with my loved ones near.

But before we give serious thoughts to that we now face our next Winter Adventure – New Zealand. And after Canada, Scotland and Switzerland I sit now in a hotel room in Auckland. It took us 30 hours to the other side of the world from London Gatwick via Dubai and Brisbane to Auckland on the North Island.

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After we got presonally offended in the pre-booked Backpacker hotel because we refused to leave our bike boxes three days in a accessible courtyardfor everyone, we dragged our baggage to the nearby Ibis Buget where we then slept solidly for 15 hours. If anyone of you is about to fly to Auckland – hands off the Skyway Lodge! Terrible place with even more terrible staff!!! And so we enjoy the facilities of a real hotel with a shower and a comfortable bed, until we leave tomorrow by coach to Rotorua, move in to our Air BnB home, build our bikes and then shred SOLID for a month on Rotorua’s trails – bring it on!

Pictures by Rusty Martin / Alexandra Wohlgensinger

Say my last goodbye

(for English just scroll a wee bit.. 🙂 )

Meine Tage hier in Kanada sind gezählt. Gut, das waren sie schon von Anfang an: 62 um genau zu sein. «Und was machen Sie während diesen 62 Tagen», fragte mich die Zollbeamte bei der Einreise am Flughafen. «Na was wohl? Fahrrad fahren», meine Antwort worauf sie mir einen sehr kritischen Blick zuwarf «Was, die ganzen zwei Monate?» «Ja was den sonst!!!» Und wirklich, Kanada mag mit seinen unglaublich schönen Landschaften und der vielfältigen Tierwelt ein einmalig grosser Abenteuerspielplatz sein, aber das einzige was mich hier interessierte waren die Trails (und Bären sowie Maple Sirup).

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Ja, meine Tage sind gezählt und auch wenn ich noch ein paar wenige Tag hier habe, leide ich bereits unter PWS – allgemein bekannt als Post Whistler Syndrom. Letzten Mittwoch habe ich die Türe unseres Condos hinter mir geschlossen und bin für meine letzte Woche nach Pemberton gezogen. Zurück wo mein Kanada-Abenteuer im Juli gestartet hat. Und auch wenn die Trails hier unglaublich episch sind, natürlich und verflucht technisch, so vermisse ich den Park schrecklich. Versteht mich nicht falsch, ich liebe die Abgeschiedenheit, irgendwo im nirgendwo im Wald einen total natürlichen und extrem technischen Trail zu shredden – Trailriding ist super.

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Aber mein Herz schlägt Downhill und nirgends kann man einfach mal so kurz zig Kilometer den Berg runterrasen wie in Whistler. Was hier in Pemberton ein Tagesride ist ist in Whistler grad mal die Aufwärmrunde. Ja, Trailriding ist super aber das mit «man muss sich die Abfahrt doch verdienen» ist meiner Meinung nach kompletter Blödsinn.

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Ich habe mich daran gewöhnt an einem durschnittlichen Tag locker 8 Laps zu drehen und jeder der schon mal in Whistler war – eine Runde hier ist lang – herrlich lang, speziell im oberen Teil des Parks. Und nach sechs Wochen täglichem Parkshredden kommt einem dann ein Trail-Tag in Pemberton mit ein paar Stunden Uphill pedalieren und dann zwei tollen aber leider viel zu kurzen Abfahrten einfach nicht mehr so episch rein wie zu vor. Aufwand und Ertrag liegt einfach nicht mehr so in der Balance. Ja, Whistler hat mich verwöhnt. Und die Sache ist die, dass der Park so riesig ist, nach 6 Wochen nahezu täglichem Fahren, kenn ich vielleicht etwas mehr als die Hälfte der Tracks.

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Ja ich leide. Ich weiss dass Whistler und ich noch so viel vor uns haben. Unsere Zeit ist noch nicht gekommen. Ich bin nicht bereit abzuschliessen. Das Ende war absehbar, aber jetzt wo es hier ist realisiere ich, wieviel Whistler mir bedeutete. Ich werde mich wohl mit einer gehörigen Portion Lenzerheide, Todnau, Livigno, Fort William, Revolution Bikepark, Anthur Stiniog und Whistlers kleinen neuseeländischen Bruder Queenstown trösten müssen bis wir dann nächstes Jahr endlich wieder vereint sein können. Wieder einmal lasse ich ein Stück meines Herzens an einem Ort zurück. Oder wie es im Song «Hotel California» so schön heisst – du kannst auschecken, verlassen kannst du es jedoch nie mehr.

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My days are numbered here in Canada. Well, they already were from the beginning: 62 to be exact. „And what are you gonna do during these 62 days,“ asked the customs officer on arrival at the airport. „Guess what? Riding my bike“, was my answer. “ What, the whole two months? “ she asked again giving me a very non believing look. “ Yes, what else!?!?!“ And really, Canada may be a unique large adventure playground with its incredibly beautiful landscapes and diverse wildlife, but the only thing that interested me here were the trails (and bears and maple syrup).

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Yes, my days are numbered, and although I’ve got a few days left, I already suffer from PWS – commonly known as Post Whistler Syndrome. Last Wednesday, I closed the door of our condo behind me and moved over to Pemberton for my very last week in Canada. Back where my adventure started in July. And even if the trails here are incredibly epic – natural and technical – I miss the park terribly. Don’t get me wrong, I love the solitude, shredding somewhere out in the middle of nowhere a totally natural and ultra-technical trail in the forest – trail riding is great.

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But my heart beats downhill and nowhere else but in the park you can ride a couple of ten kilometers down the hill just in a few hours. What you consider a day ride here in Pemberton counts as a warm-up lap in Whistler. Yes, trail riding is great but that saying „one has to earn the downs“ is complete nonsense in my opinion.

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I got used to eight laps on an average easy chlill day and everyone who has ever been to Whistler knows – a lap here is long – very long, especially in the upper part of the park. And after six weeks of daily park shreddin‘ a trail day in Pemberton, with a few hours pedaling uphill and then two great but unfortunately far too short descents, simply seems no longer as to epic as before. Input and outcome is just not in balance anymore. Yes, Whistler has spoiled me. And this amazing park is so huge that after 6 weeks of almost daily riding I still only know maybe a bit more than half of the tracks.

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Yes I am suffering. I know that Whistler and I still have so much ahead of us. Our time has not yet come. I am not prepared to let go. The end was in sight, but now that it’s here I realize how much Whistler meant to me. I’ll probably have to console myselves with a generous portion of Lenzerheide, Todnau, Livigno, Fort William, Revolution Bike Park, Anthur Stiniog and Queenstown (Whistlers little brother in New Zealand) until we then we can finally be reunited next year. Once again I leave a piece of my heart in a place. Or, as they say in the song „Hotel California“ – you can check out, you can never leave.

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* Photo by John Inman @peakleaders

** Photo by Mike Johnston @terramethod

Der Anfang einer grossen Liebe – The Whistler-Lovestory

For English just scroll a bit…

Die erste Begegnung

Da stehe ich nun, mit weit offenen Augen und einem breiten Grinsen, das einfach nicht mehr aus dem Gesicht verschwinden will. Ich fühle mich wie ein kleines Kind das zum ersten mal durch die Tore Disneylands läuft: Trails, Drops, Jumps und Bikepark soweit ich sehen kann und ich realisiere: «Nun bist du angekommen – Welcome to Whistler!»

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Photo by John Inman @peakleaders

Die Anzeichen dafür waren schon zuvor da: Übergrosse Pickup Trucks mit Bikes auf der Brücke, Rider die ihr Downhill-Gefährt durch die Gassen schieben, überdurchschnittlich viele Passanten mit eingegipsten Körperteilen oder Dirtjumps neben dem Parkplatz. Jetzt da ich jedoch im Zielgelände des Phat Wednesday Race stehe und während dem Nachtessen neben Troy Brosnan sitze, glaube ich es endlich. Es kann nicht schnell genug Morgen werden, denn mein Bike «Rufus» und ich sind nun sowas von bereit.

Das erste Date

Etwas schüchtern schiebe ich Rufus durch die Schlange vor dem Lift während ich sorgfältig die Ladetechnik der Bikes analysiere. Schliesslich will ich ja nicht als Whistler-Virgin auffallen.

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Photo by John Inman @peakleaders

Mein Outfit habe ich dementsprechend gewählt – ein schlicht schwarzes Looserider T-Shirt sollte eine Prise Coolness, jedoch ein gewisses Understatement präsentieren. Vom Lift aus sehe ich die ersten interessanten Trails: Canadian Open mit dem berühmten Heckler Drop, Schleyer und zu guter Letzt – A-Line. Zaghaft und etwas eingeschüchtert von all den coolen Kids mache ich mich auf zu den ersten Trails. Die Versuchung Double Black Diamond Tracks zu erkunden wird mit jeder Abfahrt grösser, doch angesichts der Tatsache, dass ich noch zwei Monate hier verbringen werde und vor zehn Wochen meinen gebrochenen Unterarm mit einer Platte fixiert bekam, lässt es mich die ersten Tage dann doch etwas gemütlicher angehen. Whistler und ich wollen das Feuer der Leidenschaft ja nicht zu schell verbraten – unsere Beziehung soll schliesslich Zukunft haben.

Die erste Verliebtheit

Nach der ersten Woche ist das Eis gebrochen. Whistler und ich kennen uns langsam, das Vertrauen steigt und auch wenn ich jeden Tag ein paar neue Tracks erkund bleiben immer noch unzählige noch unbekannte Möglichkeiten. Auch wenn Bikeparks in Europa immer grösser und beliebter werden, keiner kann sich mit der Grösse und die Vielfältigkeit Whistlers vergleichen. Und ich spreche hier lediglich vom Bikepark und lasse das riesige Trailnetz rund um den Bikepark in Whistler, Pemberton und Squamish ausser Acht. Ja, ich bin verliebt, sehe die Bikewelt durch die rosarote Goggle.

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Photos by John Inman @peakleaders

Mittlerweile habe ich mich auch dem Dresscode angepasst.Tanktop und Neckbrace sind das A und O einer würdigen «Parkratte» – genau so wie die Schürfwunden an Armen und Schultern, welche Stolz zur Schau getragen werden, ganz nach dem Motto: «Flat out, ride free, stay (sometimes too) loose». Und mittlerweile habe ich auch realisiert, dass die Bikepark Welt, wie sie im Video Edit «I only ride park» dargestellt wird, nicht ganz aus der Luft gegriffen ist.

Die erste Begegnung mit einem Bär habe ich hinter mir und ich habe mich auch langsam daran gewöhnt, dauernd irgendwelchen Bike-Persönlichkeiten über den Weg zu laufen: In der Schlange vor dem Imbiss Chris Kovariks interessanten Backenbart studieren? Sich auf dem Sessel mit Stevie Smith über seine Comeback unterhalten? Mit Sam Pilgrim zum Start von Dirt Merchant rollen? Auf dem Track von Fabien Barel angefeuert werden? Hey, Alltag in Whistler Bikepark…

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Photo by John Inman @peakleaders

Erste Problemchen

Wie es in jeder guten Beziehung vorkommt, gibt es neben heiter Sonnenschein leider auch einige kleine Hindernisse, die es zu beseitigen gilt. So beginnt Fahrer und Gefährt nach den ersten zwei Wochen die Rauheit und die hohen Geschwindigkeiten zu spüren. Rufus war nicht neu, aber gut unterhalten, bevor er zusammen mit mir dieses Abenteuer begann.

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Nach zwei Wochen Bikepark mussten bereits einige Teile ersetzt werden: Bottombracket, Headset Bearings, ein Pedal, ein Tauchrohr, die gesamte Reboundseite meiner Fox 40 und DU-Buchsen meines Dämpfers…

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Weitere Reparaturen stehen in der Warteliste – gewisse Knackgeräusche von Rufus werden aufgrund limitiertem Budget ignoriert. Was ich jedoch nicht ignorieren kann ist der Schmerz, der die steigende Belastung auf meinen mehr oder weniger frisch operierten Arm signalisiert. Zum guten Glück ist die Anzahl an Physiopraxen vergleichbar mit jener der Bikeshops und hurra, ich muss meiner Therapeutin auch nicht erklären, was dieses «Downhillen» eigentlich ist.

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«Ich werde dich wohl kaum davon überzeugen können es langsamer anzugehen also gebe ich mein Bestes die Knochenheilung voranzutreiben und den Schmerz in Grenzen zu halten», ist ihr einziger Kommentar, danach unterhalten wir uns über die Whistler Standard-Smalltalk-Themen: Biken und die Masterchallenge «Ein Arbeitsvisum bekommen».

Start in eine langfristige Beziehung

Nach gut einem Monat gehören Rufus und zu den alten Whistler-Hasen – auch wenn wir nach wie vor noch nicht alle Tracks kennen. Wir sind durch super geniale, gute und ein wenig weniger gute Zeiten gegangen. Wir können bereits auf gewisse Highlights zurückschauen. Eines davon ist ein Trip hoch hinaus zu «Top of the World» – der wundervolle Tech-Track, der hoch über dem höchsten Punkt des Bikeparks startet.

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Photo by John Inman @peakleaders

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Photo Cheryl Mc Clorey @peakleaders

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Ebenfalls zu den Glanzmomenten gehört das Gefühl, wenn du das erste Mal auch die grössten Jumps auf A-Line in die Landung schaffst.

Ja, die erste Verliebtheit ist vorbei und mittlerweile kann ich mir ein Bikeleben ohne Whistler nicht mehr vorstellen. Auch wenn wir in ein paar Wochen kurzfristig getrennte Wege gehen werden und ich Whistler während dem Winter mit Neuseeland betrügen werde, wissen wir beide, dass dieser Sommer nur der Anfang einer langen, wundervollen Geschichte sein wird.

Dieser Artikel ist kürzlich auf Dirt Magazine Germany publiziert worden. Hier ist der Link dafür: http://dirtmountainbike.de/longform/das-erste-mal-bikepark-whistler-lovestory#MyiR3oWX3gBJOBv3.97

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The first encounter

Here I am now, with eyes wide-open and a big grin which just doesn’t want to disappear from my face. I feel like a little kid running through the gates of Disneyland for the first time: Trails, Drops, jumps and bike park as far as I can see, and I realize: «You’ve finally arrived – Welcome to Whistler!»

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Photo by John Inman @peakleaders

There has been evidence for that before: Oversized Pickup Trucks with bikes on the bridge, people pushing their downhill vehicles through the streets, a large amount of people with their limbs in casts or dirt jumps next to the parking lot. But now that I’m standing in the finish area of the Phat Wednesday race and after that sitting next to Troy Brosnan at dinner, I finally start believing it. It can not be morning soon enough, because my bike „Rufus“ and I are now so ready.

First Date

I give Rufus a slight push and line up at the queue in front of the chair lift while carefully obseving the loading technique. «Just don’t draw any attention towards you as you’re loading so you don’t get demasked as a Whistler-Virgin», I’m telling myself.

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Photo by John Inman @peakleaders

My outfit is chosen accordingly – a plain black Loose Riders T-Shirt should, however, present a pinch of coolness but still keep a certain understatement. From the chair lift, I see the first interesting trails: Canadian Open with the infamous Heckler drop, Schleyer and finally – A-Line. A bit intimidated by all the cool kids I head to explore my first trails. The temptation to explore some Double Black Diamonds gets bigger with each lap, but given the fact that I’m going to spend ten weeks here and that my broken arm just got fixed with a plate ten weeks ago, I decide to take it easy. Whistler and I don’t want the fire of passion to burn out too quickly – our relationship shall have a solid future.

The seeds of love are growing

After the first week the ice has been broken. Whistler and I know each other more and more, confidence rises and although I’m discovering new trails every day, there still remain countless yet unknown possibilities. Although bike parks in Europe are getting bigger and more popular, none of them can compete with the size and the diversity of the one in Whistler – only speaking of the Bike Park itself and ignoring the huge trail network all around the Park in Whistler, Pemberton and Squamish. Yes, I’m in love, and I see the bike world through rose-tinted goggles.

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Photos by John Inman @peakleaders

Meanwhile, I adjusted my outfit as well: Tanktop and Neckbrace are the alpha and omega of a worthy «Park Rat» – just like the abrasions on arms and shoulders, which are proudly presented just in the sense of: «Flat out, ride free, stay (sometimes too) loose». And I’ve realized where story base for the Video Edit «I only ride park» comes from.

I already had my first encounter with a bear and I’m used to permanently bump into any big names from the bike industry: studying Chris Kovariks interesting sideburns while standing in the line for the snack bar? Chatting with Stevie Smith about his comeback on the chairlift? Rolling with Sam Pilgrim to the start of Dirt Merchant? Get some cheers on the track from Fabien Barel? Hey, that’s normal life in Whistler Bike Park …

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Photo by John Inman @peakleaders

First little problems

As it happens in any good relationship, not everyday is happy sunshine, unfortunately there are some small obstacles that need to be tackled. Rider and ride slowly start to feel the roughness and the high speed after the first two weeks. Rufus was not new, but well maintained before he started this adventure with me.

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After two weeks, the bike park allready claimed his toll and some parts already had to be replaced: Bottom Bracket, headset bearings, a pedal, a stanchion, the whole rebound side of my Fox 40 and the DU-bushes of my shock…

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More repairs are on the waiting list – and some of Rufus’s rattling is ignored due to a limited budget. But what I can not ignore is the pain that shows the increasing pressure on my more or less recently operated arm. Luckily the number of Physio practices is comparable to the one of the bike shops and hurray, I don’t need to explain to my therapist what this «downhill riding» actually is.

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«I probably won’t be successful in convincing you to take it easy so I just do my best to support bone healing and work on pain relieve», is her only comment, then we talk about the Whistler standard smalltalk topics: Biking and the master challenge «how to get a work visa».

Start into a long-term relationship

After just over a month Rufus and I slowly know how Whistler rolls – even if we still don’t know all tracks. We have gone through amazing, good and a maybe a bit less good times. We can already look back on some highlights. One of these is a trip to «Top of the World» – the lovely tech track that starts high above the highest point of the bike park.

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Photo by John Inman @peakleaders

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Photo Cheryl Mc Clorey @peakleaders

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Also one of these amazing moments when you manage to land even the biggest jumps on A-Line on the backside for the first time.

Yes, Whistler and I have learnt how to love each other and I can’t imagine my life without it anymore. Even if we go separate ways in a few weeks and I’m going to cheat on Whistler with New Zealand during the winter, we both know that this summer is just the beginning of a long and wonderful lovestory.

This article was recently published on Dirt Magazine Germany. Here’s the link – http://dirtmountainbike.de/longform/das-erste-mal-bikepark-whistler-lovestory#MyiR3oWX3gBJOBv3.97

Ein letztes „Lebewohl“ mit einem kleinen Hindernis A last goodbye and a little mischance

(for English just scroll down a bit)

Man kann es ja nie wissen, aber so wie’s aussieht werde ich Bubion heute definitiv verlassen und zumindest ein paar Jahre nicht mehr zurückkommen. Vorher war es immer ein Abschied auf Zeit, denn ich war entweder nicht weit weg oder wusste, dass ich in absehbarer Zeit wieder zurückkommen werde. Heute nicht, heute gehe ich.

Und da ich ja ein guter Gast bin, habe ich zum Abschied den Wohnzimmer Boden meiner lieben Gastgeberin Jeannette gründlich geputzt. Gut, ich muss zugeben, nicht ganz freiwillig. In meiner morgendlichen Dusseligkeit habe ich nämlich vergessen, den Abwasserschlauch der Waschmaschine in die Toilette zu stecken und so kam ich nach meinem gemütlichen Frühstück vor dem Haus und einer ausgiebigen Nachricht an meinen Liebsten nach etwa einer Stunde zurück und fand den ganzen Wohnzimmerboden unter Wasser. Zum Glück sind wir hier im heissen Südspanien und nicht irgendwo in Wales im Winter so dass die Spuren von rund 30 Liter Wasser relativ zügig zu beseitigen waren. Wie auch immer, Bubion versucht mir offensichtlich den Abschied etwas leichter zu machen.

Verabschieded habe ich mich aber schon vorher. Auf dem höchsten Punkt meiner kleinen Wanderung gestern setzte mich hin, und blickte in das Tal hinein, auf Bubion hinunter und zu den Bergen hinauf. Ich blickte zum Veleta, einem der höchsten Gipfel Spaniens, auf welchem ich letztes Jahr so viele Male mit begeisterten Kunden stand und von der Aussicht jedes Mal überwältigt war.

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Ich blickte hinauf zu den Hügeln, suchte alle von meinem Standpunkt aus sichtbaren Trails auf welchen ich eine Saison lang tagtäglich unterwegs war.

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Ich blickte hinunter ins Dorf nach Bubion, auf die Terrasse von Amy’s Haus, auf welcher wir so viele lustige Abende verbrachten, Humus assen, Musik hörten und einfach nur das Leben genossen.

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Ich blickte auf Jeannettes Haus, das kleine gemütliche Hobbit Haus, in dem wir so oft Tee getrunken und über das Leben geredet haben und das vorallem über den Winter ein bisschen zu meinen zu Hause wurde.

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Ich blickte hinuter und sah die Restaurants Teide und Artesa, in welchen ich so oft meine Abende verbracht habe. Und ich sah hinunter auf mein zu Hause, mein kleines Haus, in dem ich mich so wohl fühlte, mein Nest im Start in mein neues Leben. Und zu guter Letzt blickte ich hinauf zu dem Ort, wo Rusty und ich anfangs Dezember für drei Tage und Nächte mit Verity eingeschneit waren – der Ort, an dem alles begann, der Start in eine unglaublich wundervolle Geschichte.

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Das war mein Abschied von Bubion, von der Alpujarra und von Spanien. Dieser Ort wird für immer einen ganz speziellen Platz in meinem Herzen haben, den es war der Ort an dem mein neues, freies Leben begann. Bei diesem letzten Lebewohl wurde mir etwas schwer ums Herz. Aber es ist Zeit weiterzufliegen und Altes zurückzulassen. Es gibt noch so viel zu entdecken auf dieser Welt. Und wenn ich einmal alt bin möchte ich auf mein Leben zurückblicken, so wie ich gestern auf Bubion blickte – mit ganz vielen schönen Erinnerungen soweit ich sehen kann.

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You never know, but it looks like I definitely leave Bubion today and not come back for a very long time. Before, it was always a break, because I either wasn’t far off or knew I would come back again in the near future. Not today, today I am going.

And since I’m a good guest, I tought for a proper goodbye I’d better clean the living room floor of my dear hostess Jeannette thoroughly. Well, I must admit, this happened not entirely voluntary. Scatty as I am I had forgotten to put the drain hose of the washing machine into the toilet. And as I came back from outside after about an hour, having a lovely breakfast and writing an extensive message to my love I found the whole living room floor under water. Fortunately, we are in hot and sunny Southern Spain and not somewhere in Wales during winter so the traces of about 30 liters of water were eliminated relatively quickly. Anyway, Bubion’s obviously trying to make the parting a little easier to me.

My farwell to this lovely place has allready been said though. At the highest point of my little hike yesterday I sat down and looked into the valley, down to Bubion and up into the mountains. I looked up at the Veleta, one of the highest peaks in Spain, on which I was standing so many times with enthusiastic customers last year and every time was overwhelmed by the view.

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I looked up into the hills, to all the trails on which I was riding day in and day out for the whole last season.

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I looked down into the village of Bubion, to the terrace of Amy’s house, on which we spent so many happy evenings, eating humus, listened to music and just enjoying life.

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I looked at Jeannette’s house, the small and cozy Hobbit house where we drank tea and talked about life and which during winter became a bit of my home as well.

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I looked down to the restaurants Teide and Artesa, in which I spent so many evenings. And I looked down at my home, my little house in which I felt so happy, my nest in the start in my new life. And finally, I looked up at the place where Rusty and I were snowed for three days and nights with Verity in early December- the place where it all began, the start of an incredibly wonderful story.

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That was my farewell to Bubion, the Alpujarra and to Southern Spain. This place will forever have a special space in my heart for it was the place where I’ve started my new, free life. With this last farewell my heart felt a bit heavy. But it’s time to fly on and leave the old things behind. There is still so much to discover in this world. And when I am old I wanna look back on my life, as I looked at Bubion yesterday – with lots of beautiful memories as far as I can see.

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