Illoyale Hunde

Hunde haben ein Herrchen und Katzen haben Dienstpersonal. So lautet doch eine nette Redewendung bezüglich des Menschen beste Freunde. Hier in Spanien scheint das etwas anders zu laufen. Ich berichtete doch über den völlig abgemagerten Streuner, der vor etwa zwei Wochen im Dorf auftauchte.

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Ich fütterte ihn, liess ihn auf meiner Veranda ausruhen und gab ihm unzählige Streicheleinheiten. Und was passierte, rasselt doch eine Andere mit ihrem Futterbeutel und weg war er. Nimmer mehr gesehen. Typisch Männer – man kümmert sich um sie, gibt ihnen Liebe und kaum wackelt eine Andere vorbei trotten sie der nach… pfffff! Nein, es ist wirklich toll, der Streuner wurde adoptiert und hat jetzt ein richtiges zu Hause. Ich hätte mich in meiner eigenen Streuner-Situation eh nicht wirklich um ihn kümmern können. Deswegen war seine Illoyalität eine gute Sache. Ihn zu behalten wäre aus reinem Egoismus gehandelt gewesen – nicht gut, nein nein!

Da ist meine momentane Katzen-WG eine gescheitere Sache. Sie kommen und gehen, lassen sich zwar nicht von mir berühren, kommen aber mittlerweile in meine kleine Behausung um zu spielen wenn ich da bin.

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Generell beschäftigt mich das Thema Loyalität. Inwiefern ist Loyalität eine gute Sache, wann sollte sie erwartet werden und wo ist die Grenze? Wann schadet Loyalität?

Der Hund hat wahrscheinlich irgendwie gespürt, dass ich mich nicht wirklich um ihn kümmern kann. Tiere merken so etwas, habe ich zumindest das Gefühl. Wir Menschen handeln eher kopfgesteuert als intuitiv. Wann soll der Matrose beispielsweise das sinkende Schiff verlassen? Oder soll er mit dem Kapitän untergehen? Ist hier Loyalität angebracht? Würde er sich illoyal verhalten, wenn er sich auf ein Rettungsboot verzieht? Wie lange hilft er dem Kapitän das Leck zu flicken?

Oder macht es Sinn, sich seinem Partner gegenüber loyal zu verhalten und bei ihm zu bleiben, auch wenn man keine Gefühle mehr für ihn hegt?

Wie lange soll man kämpfen, bevor man die Loyalität aufgibt? Und wie schafft man es, sich nicht schlecht zu fühlen? Denn schlecht fühlt man sich, auch wenn der Kapitän, der Matrose oder der Partner weiss, dass die Lecks nicht mehr zu flicken sind und dass es keinen Sinn macht, dass beide langsam miteinander sterben.

Da handhaben es die intuitiv handelnden Tiere praktischer. Danke für alles, einmal mit dem Schwanz wedeln, umdrehen und das neue Ziel fokussieren. Macht mehr Sinn, ist aber für uns Menschen leider nicht ganz so einfach. Oder doch?

Fragen über Fragen die ich nicht zu beantworten weiss. Egal wann und ob man sich jedoch für oder gegen die Loyalität entscheidet, das Wichtigste dabei ist jedoch, dass man immer ehrlich bleibt.

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