Ideenreich und planlos glücklich

Befreiend, überwältigend, beglückend… es gäbe noch unzählige Adjektive die beschreiben, wie ich mich vergangenen Donnerstag gefühlt habe, als ich mit meinem Bike einer der zwei höchsten Berge Spaniens erzwungen habe.

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Auf dem Gipfel des Veletta stellte sich eine unglaubliche Zufriedenheit in mir ein – ein Gefühl der puren Freiheit. Ich bin ohne Zweifel ein Gipfelkind – eine Berggeiss.

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Diese Sicht: Auf der einen Seite die Täler der Alpujarra, auf der anderen die weiten Flächen Andalusiens und vor mir, der um ein paar Meter höhere El Mulacén.

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Und nach dieser bezaubernden Aussicht folgte eine unglaublich tolle Abfahrt über den höchstgelegensten Pass Europas, über Fels- und Schneefelder und unendlich erscheinende Singletracks durch die verschiedensten Vegetationsformen – von alpin zu staubtrocken – von 3400 Metern über Meer runter auf 900, erstreckt über 60 Kilometer.

 

Die Eindrücke dieses Erlebnisses werde ich ganz tief in meinem Herzen speichern. Und das Tolle: Im September, wenn ich nach meinen Ferien in der alten Heimat wieder in mein neues zu Hause zurückkehre, werde ich diese Route hoffentlich noch ein paar Mal mit Kunden wiederholen können.

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Ja, nach diesem epischen Erlebnis am Donnerstag und einer netten lokalen Runde gestern ist Part Eins der Enduro-Saison in Bubiòn zu Ende gegangen. Heute habe ich die letzten Kunden vor den August-Ferien zum Flughafen gebracht. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Nun liegt eine ruhige Woche vor mir, bis ich dann am Montag, den 28. selber wieder in ein Flugzeug steige und in die hektische Welt zurückfliege, um meine grosse Liebe, das Downhill-Bike, in den Alpen spazieren zu führen.

 

Eigentlich hätten Malaga-Mike und ich eine nette letzte Woche geplant. Wir wollten einen Tag nach Granada fahren um den neuen Bikepark zu testen. Danach wollte ich ihm das epische Gipfelerlebnis «Veletta» und die Abfahrt nach Bubiòn ermöglichen und ihm weitere tolle Routen in der Alpujarra zeigen.

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Zwischendurch wollten wir uns dem Trail-Unterhalt widmen. Doch die Pläne wurden über den Haufen geworfen. Mike ist heute morgen nach Hause gefahren, da sein Hund, ein wunderschöner Malamut, leider vorgestern wegen der extremen Hitze gestorben ist. Es tut mir im Herzen weh, denn ich kann es so gut nachvollziehen, wie Mike geht. Wenn ich mir vorstelle, dass es meine Aloha nicht mehr geben würde…

 

Wieder einmal wurde mir bewusst, dass es nichts Dümmeres gibt als Planung, egal ob kurz- oder langfristig. Es kommt eh immer wieder anders als man denkt. Meine Intention zur Planlosigkeit predige ich zwar schon lange, falle aber immer wieder darauf rein. Ich will ja nicht sagen, dass man total planlos von Tag zu Tag leben soll. Eine gewisse Ideensammlung verschieder Tätigkeiten ist keine dumme Sache. Meine August-Ferien beispielsweise: Einige Ideen, was ich machen, und wer mich dabei eventuell ein Stück begleiten könnte, habe ich. Wann und ob ich diese aber auch verwirklichen werde – keinen Plan.

 

Pläne sind oft, nein, meist nur mit Enttäuschung verbunden. Lasst uns also den Enttäuschungen den Kampf ansagen und ideenreich sowie planlos glücklich sein!

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Ein Gedanke zu “Ideenreich und planlos glücklich

  1. Epic climbing Enduro girl !
    You’re turning into an XC mountain goat, and it seems, enjoying the ascents !!

    Sad sad news about Mikes Malamute… I feel his pain 😦

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