Eine erkenntnisreiche Woche

Nein, ich kann nicht ohne! Ich drehe am Rad wenn ich zwei Tage am Stück nicht auf dem Rad gesessen bin. Das ist eine der Erkenntnisse, die ich diese Woche gewonnen habe. Wegen mechanischen Problemen und fehlendem Mann, der meine mechanischen Probleme hätte beseitigen können, war ich sage und schreibe vier Tage auf Bike-Entzug. Und was macht mein geniales Hirn – es beginnt verrückt zu werden und zu viele Sachen zu hinterfragen.

Nachdem ich dann aber lokalen Support und weiteren über das Internet erhalten habe, konnten die mechanischen Probleme gelöst werden. Woraus eine weitere Erkenntnis dieser Woche entsprang: Bremsscheiben möchten nicht parfümiert, sondern bespuckt werden. Wie auch immer, gestern konnte ich dann endlich wieder auf meiner geliebten Droge Platz nehmen. Und in getreuer Junkie-Manier gab ich mir nach dem Entzug natürlich die volle Dröhnung. So pedalierte ich gestern 30 Kilometer von Bubiòn (1400müM) zum Refugio de la Caldera mit seinem wunderschönen Bergsee auf 3100 müM am Fusse des Veletta und des Mulhacen – den zwei höchsten Berge Spaniens.

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Fast vier Stunden dauerte der relativ schweisstreibende Aufstieg zu Bike. Umso befreiender war dann das Gefühl als ich endlich oben in meiner Bergwelt angekommen war. Der Müsliriegel und die Packung Oreo schmeckte so viel besser als unten im Tal und meine überhitzten Füsse liessen sich im kalten Bergsee herrlich abkühlen.

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Und das allerbeste: Ich hatte eine Abfahrt von 30 Kilometer und 1700 Höhenmeter vor mir – und weil ich ja auf Entzug war gab ich mir auch da die volle Dröhnung: Ohne Pause vom Berg ins Tal. Ja, unten angekommen war ich dann doch etwas müde – ich musste mich beim Duschen hinsetzen. 🙂

Nach dem wundervollen und friedvollen Tag mit meinem Bike und mir folgte dann der heutige: Fertiglustig mit Frieden! Da stand ich, neutral und schweizerisch heftig mit der weissen Friedensfahne wedelnd, während mir links und rechts Kugeln um die Ohren fliegen. Ob es an meinen Friedensverhandlungen lag oder nicht, egal, die Parteien haben nach langen Gesprächen einander die Hände gereicht und Waffenstillstand beschlossen. Was mich enorm glücklich macht. Eine weitere Erkenntnis: Kein Streit bitte, denn ich hasse Streit. Klar, sagt sich wohl nun jede Person, die diese Zeilen liest, niemand mag Streit.

Für mich ist Streit etwas vom Schlimmsten. Denn er ist so vermeidbar, wenn die Involvierten nur früh genug miteinander sprechen würden. Damit tun sich viele aber anscheinend ziemlich schwer… Wieso können sie diskutieren bevor es zur Eskalation kommt, die Mücke zerquetschen bevor sie zum wütenden Elefanten wird, der dich überrennt! Ganz schlimm finde ich auch der Gedanke der Rache – lasst es gut sein, wenn es nicht geklappt hat. Abschliessen und nach vorne schauen.

Streit macht mich tief traurig. Leute, habt euch lieb! Die Zeit ist viel zu kostbar um sie mit düsteren Gedanken unseren Mitmenschen gegenüber zu verschwenden. Und wenn ihr Zwiste zu beseitigen habt, dann gefälligst erst einmal diese in euch selber. Für viele ist es jedoch einfacher mit dem Nachbar über dessen Unordnung in der Einfahrt zu streiten, als die Unordnung im eigenen Haus aufzuräumen. Seine eigene Probleme gegen aussen drehen und andere dafür verantwortlich machen. Einfach… find ich aber ziemlich doof.

Und deswegen meine letzte Erkenntnis: Make love, not war… und wenn ihr niemanden zum Liebe machen habt: Dann fährt Fahrrad!

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