Eigentlich…

«What a wonderful world», singt Louis Armstrong während tausende Meter unter mir der Neuenburgersee an mir vorbeizieht. Sehnsüchtig werfe ich einen Blick hinunter.

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Eigentlich bin ich happy, die regnerische Schweiz hinter mir zu lassen und endlich wieder in die Wärme zu fliegen, wo die Wege staubig und steinig sind, und wo man sein Bike am Abend mit dem Haarföhn putzen kann. Ja eigentlich freue ich mich, mein kleines Enduro-Rad wieder zu sehen, die lieben Leute in Bubion und die zwei kleinen Kätzchen – die mittlerweile wahrscheinlich gar nicht mehr so klein sind. Eigentlich… und doch fühle ich seit ich heute morgen früh mit dem Zug das Engadin verlassen habe einen Kloss im Hals. Fünf Wochen voller Ups und Downs habe ich in der Schweiz erlebt. Viel ist mir klar geworden, einige Türen wurden für immer geschlossen und gewisse wurden mir von ganz lieben Menschen aufgehalten. Diese Menschen werden mir im Süden ganz fest fehlen.

In den letzten vier Wochen fühlte ich mich zudem Jahre zurückversetzt. Nicht nur, wenn ich mit meiner besten Freundin unterwegs war, sondern auch weil ich wieder im behüteten Nestchen bei meiner allerliebsten Nona Unterschlupf fand. Auch wenn die Welt rundherum zusammenfiel, dort fand ich Geborgenheit, welche ich als Kind hatte. Ich konnte mich ein wenig in eine weitere Bubble-Blasen-Welt flüchten; in jene meiner Kindheit. Aber längerfristig kann ich mich nicht im meinem Kinderzimmer verstecken. Nein, ich muss wieder raus und mich den steinigen Wegen stellen.

Weiter ist mir in den letzten Wochen klar geworden, dass ich spätestens auf nächsten Frühling wieder zurück in die Schweiz will. Denn zu sehr fehlen mir meine Lieben. Zudem hat mir das Rennwochenende der Downhill-Schweizermeisterschaften in Anzere mir gezeigt: Doch, du bist doch ein Freund des Wettkampfes…

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Ich war endlich einmal stolz auf mich mit meinem 5. Rang und meiner für mich herrlich genialen Zeit.

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Und es fuchst mich ehrlich gesagt nun schon etwas, dass ich an den restlichen Rennen dieser Saison nicht mehr mitfahren kann. Seis drum, deswegen fliege ich jetzt ja wieder nach Malaga – einen Winter lang anständig trainieren und dann, braaaaap, wird nächste Saison meine erste komplette Rennsaison mit Schweizer- und Europa Cup. Hoppala, plane ich da etwa? Nein, kein Plan, lediglich habe ich den «Flipperkasten» gefunden, in welchem ich, die «Flipperkugel», vom Spieler namens Leben herumgeschleudert werden wird. Wo dass die Kugel wie viele Punkte einsammeln wird, das überlasse ich gerne dem Spieler.

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