Überforderung für den Flaschengeist

Ja, ich dachte wirklich, dass es das nun war. Fertig, Schluss… mit Sommer. Es regnete, war kühl – über Nacht schloss ich seit der ersten Juniwoche erstmals die Fenster, morgens nahm ich einen Pullover mit, ja ich suchte sogar meinen Palischal hervor. Aber denkste, seit ein paar Tagen ist sie wieder da: die wärmende spanische Sonne und der dazugehörende blaue Himmel. Der Regen tat gut; dieTracks bekamen durch die Nässe nahezu unbekannten Grip, die Pflanzen bedanken sich ebenfalls und die Wolken und Nebelschwaden verliehen der Alpujarra eine herrlich mystische Stimmung.

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Zum guten Glück können wir das Wetter nicht bestimmen, denn das würde mich definitiv überfordern. Grip ja, Regen nein weil nass, unangenehm und bääh, aber gut und tolle Stimmung…. Aaaaah, schon nur der Gedanke daran verursacht kleine Überlastungszustände meines Hirns. Da bin ich doch froh übernimmt das der gute alte Petrus…

Das mit dem Wünschen ist sowieso so eine Sache. Bekäme ich heute Besuch von einem Flaschengeist, welche drei Wünsche würde ich ihm gegenüber äussern? Innerer Frieden mit mir und der Welt – ja das wäre toll… die Aufnahme in ein internationales Race-Team wäre auch ganz hoch im Kurs. Und da wären noch ein paar andere tolle Sachen. Aber halt, wenn sich das eine erfüllen würde, würde dies heissen, dass das andere nicht mehr realisierbar wäre und umgekehrt. Mit meinem Wunschpaket würde ich den Flaschengeist also ziemlich in die Bredouille bringen. Und so ist es eigentlich ziemlich gut, passiert nicht immer das, was wir uns wünschen, sondern das, was dann halt immer auch passieren muss.

Wo ich wieder mal beim leidigen Thema «Planen» bin. Oder mal etwas anders ausgedrückt: Ziele haben. Welches dann nun meine Ziele seien, wurde ich vor einiger Zeit von Verwandten gefragt, wobei «Glücklich sein» als Antwort nicht geduldet wurde. Nein nein, richtige Ziele… Hätte ich eine «In-die-Zukunft-Guck-Kugel» zur Verfügung, könnte ich diese Frage ja beantworten. Dabei habe ich mich kürzlich ernsthaft um meine Zukunftsplanung gekümmert und mich für Jobs im Journalismus beworben. Aber nein, nur Absagen. Lustigerweise nahm ich jeden Negativbescheid total neutral auf; weder Enttäuschung, denn es waren wirklich interessante Stellen, noch Freude, denn ein Positivbescheid würde das Ende meines Vagabundenlebens bedeuten.

Da ich aber nicht weiss, was sich mein On-/Off-Freund, das Universum, noch alles so für mich überlegt hat, kann ich noch so viele «richtige» Ziele haben, schlussendlich gehen die dann trotzdem nicht wirklich auf – wie oben festgestellt, nicht einmal mit der Hilfe des Flaschengeists.

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