The times they are a changing

Ein eisiger und stürmischer Wind liess die Türen meines Häuschens zittern und das ratternde Geräusch holte mich aus meinen Träumen. Draussen bog sich mein Nachbarsbaum im Sturm und dicke graue Regenwolken versperrten die Sicht auf den blauen Himmel und den nun wahrscheinlich bereits wieder im Schnee liegenden Veleta.

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Auch wenn es in der letzten Zeit immer noch schön warm war, die Zeiten haben sich geändert; die Temperaturen fielen von den normalen 20-30 Grad in den einstelligen Bereich. Mit dem heutigen Wintereinbruch wurde mir bewusst – die Zeit hier in Bubiòn kommt nun, wie der Sommer, zu ihrem Ende. Meine letzte Gruppe, die ich diese Woche durch die Alpujarra führe reist am Samstag ab, am Sonntag werde ich meine sieben Sachen packen, mein Häuschen putzen, die Türen schliessen und weiter ziehen.

Es ist Zeit aufzubrechen. Amy, mit welcher ich in den letzten zwei Monaten so viele tolle Momente hier in Bubiòn erleben durfte, ist bereits auf ihrem Weg nach Marokko.

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Switchbacks ist bereits an der Küste mit einer Gruppe Downhiller – nur noch Luki, Lilly und ich halten hier oben die Stellung.

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Und nun gibt uns auch das Wetter zu verstehen, dass es Zeit ist zu gehen.

Als ich mich letzte Woche mit Amy auf einen kleinen Roadtrip nach Malaga aufmachte, sagte ich ihr bei Verlassen von Bubiòn, wie sehr ich doch hier bleiben möchte und wie sehr mir das Leben hier oben fehlen würde. Als wir dann aber in Benalmadena waren und die ganzen tollen Erinnerungen an diesen Ort aufflammten, meinte ich, wie sehr ich mich dort doch wohl fühle und dass ich am liebsten gleich hier bleiben würde. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich immer noch gleich bin wie als kleines Kind. Damals habe ich geweint, wenn ich mein Zuhause verlassen „musste“ um in die Ferien zu fahren. Wiederum habe ich geweint als die Ferien zu Ende waren und ich wieder nach Hause fahren musste.

Das Sprichwort «Das Gras auf der anderen Seite ist immer grüner» das für so viele Leute – inklusive meinem lieben Exfreund – gilt trifft auf mich definitiv nicht zu. Nein, mein Gras in meinem Garten ist herrlich grün und ich fühle mich extrem wohl in meinem Gärtchen. Und wenn mich das Leben, respektive ich mich selber, wieder einmal aus meinem Gärtchen herauskatapultiert, dann stelle ich jedes Mal fest, dass das Gras auf der anderen Seite genau gleich herrlich grün ist.

Trotzdem, ich werde es vermissen, mein Bubiòn mit all seinen speziellen Leuten: Meine liebe Jeanette, die mich so viel aufgeheitert hat, Dallas von Sierra Trails und ihre Ratschläge, Maria und ihre herrlichen Tapas der Taberna del Culpable, die lieben Leute von «La Artesa» – da gibt es den besten Schokoladenkuchen der Welt und dem El Teide mit dem besten Drink «Trifasico» und den herrlich schlechten Filmen der 80er Jahren, Juan mit seinem kleinen Supermarkt, der während dem letzten halben Jahr meine Postadresse war und so viele Päcklein für mich entgegengenommen hat, Antonio mit seiner Pizzeria in Capileira und alle anderen, die in diesem halben Jahr dafür gesorgt haben, dass ich mich hier so wohl gefühlt habe.

Ich habe Würzelchen geschlagen in Bubiòn, die wieder einmal ausgerissen werden. Doch wie gesagt, das Gras auf der anderen Seite ist genau gleich grün und die Würzelchen werden auch dort wieder Halt finden. Und ein Stückchen meines Herzens wird für immer in der Alpujarra bleiben…

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