Durch Sturm und Schnee wieder zurück

Die Tage mit Ride Portugal waren gezählt und wir machten uns einen Tag früher als geplant wieder in Richtung Norden. Da wir ja auf dem Hinweg bereits die ganze Küste abgeklappert hatten, wollten wir auf der Weiterreise nicht nochmals den gleichen Weg fahren und entschieden uns deswegen für das portugiesische und spanische Hinterland. Eine interessante Wahl; wir mussten feststellen, dass die Europakarte die wir als Navigationshilfe benutzten wohl nicht alle Bergsträsschen durch die Sierra verzeichnet hatte. Ebenfalls kann es durchaus vorkommen, dass eine kurze Strecke auf der sich in Wahrheit als dreistündiges Bergabenteuer entpuppt. Varity, unser Haus auf Rädern hat sich jedoch tapfer geschlagen und sich gemütlich durch die spanische Sierra de Sevilla gekämpft. Für einmal nicht direkt am Meer zu campen oder wenigstens das Meer in Sicht zu haben war neu – anderst aber nicht weniger wundervoll.

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Just drei Wochen nach meinem Unfall liess ich dann meine Schulter röntgen und war überglücklich als mir der spanische Doktor mein wieder mehr oder weniger zusammengewachsenes Schlüsselbein zeigte. Ready to go! So ging’s am nächsten Tag auch schwups aufs Bike – Keine grosse Downhill Action, mehr ein Crosscounty Ride bei welchem wir nach 5 Minuten durch die Gegend kurbeln schon beide etwas gelangweilt waren. Doch wir hielten durch, pedalierten tapfer weiter und ich genoss es einfach wieder auf dem Fahrrad zu sitzen.

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Hinterland schön und gut, aber ziemlich zügig zog es uns dann wieder an die Küste wo wir von einem wahrlich fetten Wintersturm begrüsst wurden.

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Eine Nacht mussten wir uns zwischen den Häusern Schutz vor den enormen Windböen suchen und selbst da fürchteten wir um Varity. Sie wurde geschüttelt, die Fenster knackten und am Morgen stand sie ca 15 cm neben dem Ort, wo wir sie geparkt hatten. Forces of Nature – ja wir hatten ziemlich jede Wetterlage bisher erlebt und Varity hat uns nie im Stich gelassen.

Vom Winde zerzaust, machten wir uns auf in das Naturreservat Cabo de Gata, nördlich von Almeria. Die Klippen, die Strände und die Farbe des Meers war unbeschreiblich. Wir haben uns einen kleinen aber feinen Spot direkt am Strand von Las Negras gesichtert wo wir dann 5 Nächte verbrachten.

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Von unserem Spot aus gings dann auf dem Rad auf Erkundungstour – Endlich, es war zwar immer noch keine grosse DH-Atcion aber endlich konnten meine zwei Räder wieder auf Singletracks den Berg runterrollen. Noch zaghaft, denn ein Sturz hätte mein Schlüsselbein wohl noch nicht vertragen.

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Eineinhalb Wochen blieben uns noch, bevor wir wieder zurück nach Malaga mussten, um etwas Geld zu verdienen und die letzte Zeit unseres südeuropäischen Roadtrips haben wir uns für Bubion, mein zu Hause aufgespart. Voller Freude machten wir uns auf in die heimischen Berge – die Sierra Nevada…. und wurden mit Schnee empfangen. Na super!

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Und so kam es, dass ich auf meinen staubigen Hometrails plötzlich auf Schnee in der Kurve stiess… Welch Überraschung – das war neu! Schnee oder nicht, ich zeigte Rusty meine Trails in der Alpujarra, was ohne Uplift-Van natürlich sehr sehr viel pedalieren bedeutete (und nach unseren Schokoladen- und Kekseskapaden war das auch keine schlechte Sache).

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Jeannette, die momentan für ein paar Monate in London arbeitet, liess uns in ihrem Hobbithaus leben. Eine Dusche und eine Toilette nach über einem Monat im Van bekommen da einen ganz anderen Stellenwert. Doch nach zweit Nächten in einem grossen Bett in einem Haus ohne Räder vermissten wir unsere kleine Höhle auf Rädern und so lebten wir eine Woche auf dem Parkplatz in Bubion.

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Nach meinen zwei grossen Unfällen war ich mental nicht mehr auf der Höhe und fühlte mich steif und unsicher auf den Trails, die ich ja eigentlich in- und auswendig kenne. Etwas enttäuscht über meine Bikeskills verliessen wir Bubion. Als ich gestern aber wieder das erste Mal auf meinem „Big Boy“ sass, kam mein Vertrauen wieder etwas zurück. Drei grosse Traumata innerst kürzester Zeit setzen dich brutal zurück und das was innerhalb wenigen Sekunden auf dem Boden zerschellt braucht Wochen, wenn nicht sogar ein paar Monate um es wieder zusammen zu sammeln. Nächste Woche gehts nach Wales und es wird mir gut tun auf Trails zu fahren, die neu für mich sind und wo ich mein Fahrkönnen nicht mit dem vor den Unfällen vergleichen kann. Schritt für Schritt geht es also langsam immer schneller wieder bergab!

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