…nur der Anfang von vielen neuen Abenteuern

Die Sonne scheint, ich sitze in kurzen Hosen im Garten, es ist angenehme 23 Grad, die Vögel zwitschern doch tief in mir drin regnet es. Die letzten drei Monate lebte ich in einem Traum, und was mit einer abenteuerlichen Reisefreundschaft begann, endete in Liebe. Und genau dieser Liebe musste ich vorgestern für lange Zeit auf Wiedersehen sagen.

Nachdem unser Roadtrip durch Spanien und Portugal zu ende war, verbrachten Rusty und ich 10 Tage in Malaga. Die Arbeit rief – und sie rief ziemlich amüsant.

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Ich war Fahrerin für das Solid-Reverse Factory Team. Die Tage mit dem deutschen Team waren zwar ziemlich lange Tage, die aber massig Spass gemacht haben, da die Damen und Herren von Solid Bikes ganz flotte Typen sind. Strassen wurden übersprungen, Bier wurde getrunken und vorallem wurde viel gelacht.

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Die Weltcupfahrer zu beobachten war extrem spannend. Mir wurde dabei jedoch klar, dass ich definitiv Freerider bin und kein Rennpferdchen. Ich liebe meine Freiheit, wo und wann ich auf mein Fahrrad steige. Ich liebe es selber zu entscheiden, welche Rennen ich mitfahren will – und vor allem will ich Rennen für mich fahren. Ich will mich nicht an anderen messen, ich will mich mit mir selber messen.

Die Tage der Solid-Family in Malaga waren gezählt und so auch die unseren. Der Roadtrip von Team V ging in die nächste Runde – und das war eine ziemlich grosse. 2500 Kilometer, um genau zu sein. Malaga – Madrid war der erste Nachmittag – und am zweiten Tag brachte uns Verity bereits über die Grenze nach Frankreich.

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Wobei es dieser Tag in sich hatte; Nichtsahnend und gutgelaunt wurden wir kurz nach Madrid von einer Horde grimmiger Polizisten angehalten und gründlichst durchsucht – ich jedenfalls – bei Rusty haben sie lediglich den Pass kontrolliert. Ich jedoch wurde von einer spanischen Polizistin ordentlich begrabscht (Details lasse ich hier mal aus…). Dabei sehe ich doch so harmlos aus. Da aber der Drogenspürhund (im Gegensatz zur Polizistin) kein Interesse an uns hatte liessen sie uns weiterziehen und so fuhren wir am Abend des dritten Tages in Calais und am darauffolgenden Morgen auf der Insel ein.

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Endlich war ich wieder zurück auf meinem Downhill Bike. Wir nahmen es gemütlich und starteten unseren UK-Roadtrip (nach einer Portion Fish n Chips) in Aston Hill und am darauffolgenden Tag in Cwmcarn. Diese Tracks kannte ich von letztem Jahr bereits.

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Von da an war jedoch dann alles Neuland für mich. So auch der Race-Track der in Forest of Dean auf uns wartete. Da wir von der Reise immer noch etwas schlafmützig waren, blieb uns lediglich Zeit für zwei Trainingsläufe und da ich mich am Tag zuvor in Cwmcarn bei einem grossen Double aufs Maul (respektive das wieder zusammengewachsene Schlüsselbein, den Daumen und die Hüfte) gelegt habe, hatte ich keine grossen Erwartungen für den Rennlauf. Zudem war ich von allen Fahrerinnen wohl die einzige, die den Kurs nicht kannte. Dass ich dann aber doch den zweiten Platz geholt habe, überraschte mich dann aber doch sehr positiv.

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Nach dem Rennen gönnten wir und uns ein paar gemütliche Tage Trailbiken in Afan und Coed-y-Brenin. Ich war überwältigt von den zauberhaft grünen Märchen-Wäldern Afans. Wir fuhren durch Schnee und ich hielt die Augen für Feen oder Trolle offen. Die haben sich jedoch nicht gezeigt.

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Da beste hat sich Rusty aber dann doch für den Schluss aufgespart: Antur Stiniog und Revolution Bikepark. Zwei Orte die des Downhills wirklich würdig sind. Wenn es dort „Double Black“ heisst, dann ist es auch so. Während man sich bei den anderen Bikeparks ebenfalls mit einem Trailbike vergnügen kann, will man an diesen zwei Orten in Nord-Wals wirklich ein Downhillbike.

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Ich habe mich nicht nur in die Strecken, die zauberhafte Landschaft, die Dörfchen (dort siehts aus wie in Mittelerde) und die Sprache (tönt ebenfalls wie aus Mittelerde) verliebt, ich habe auch mein Vertrauen in mich und meine Bikeskills gefunden. Ja, Downhill ist und wird immer meine Leidenschaft bleiben. Trailbiken ist lustig, schön, bringt einem an tolle neue Orte, aber nichts bringt den Grin-Factor so wie richtiges Downhill. Und die Kombination Antur Stiniog mit seiner taffen, schnellen, steinigen Strecke und Revolution mit klassisch UK-Wurzel-Schlamm-Mix war einfach nur Gold.

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Ich war so beschäftigt mit überwältigt sein, dass ich den Fact, dass ich Rusty am Tag nach Revolution auf Wiedersehen sagen musste, total verdrängt habe. Und als ich dann am Morgen in Aston Hill meine Sachen packte, wurde mir plötzlich klar, dass es wirklich zu ende ist. Es ist nur ein vorübergehendes Ende, wie Rusty sagte, „das war nur der Anfang von vielen neuen Abenteuern.“ Aber als ich heute in Malaga zum Tor rein kam und keine Verity da stand und kein Rusty auf dem Sofa sass, wachte ich aus meinem Traum auf. Es werden lange siebeneinhalb Monate sein, bevor unser gemeinsames Abenteuer wieder weitergeht. Und bis dahin werde ich an meinen eigenen kleinen Abenteuern arbeiten – ein kleines steht kurz bevor: Whistler!

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