Alltag im Bike-Bum-Leben

Alltag ist wieder eingekehrt im Bike-Bum-Leben: Seit einer Woche shredde ich wieder auf mittlerweile heimischen, losem, staubigen spanischen Boden. Nichts mehr mit Wurzeln und festem oder matschigen Untergrund. Der Abstecher auf die Insel hat nicht nur meinem Herz gut getan, sondern auch meinen Bike-Skills und meinem Vertrauen in darin. Wäre ich nach meinen Unfällen direkt wieder auf die bekannten Tracks zurück gegangen, hätte ich mein Fahren immer mit jenem vor den Unfällen verglichen – was mich in Bubion vor ein paar Wochen extrem demotivierte.

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Die neuen Trails in Wales gaben mir jedoch keine Vergleichsmöglichkeiten und ich konnte wieder Vertrauen sammeln. Und als ich dann anfangs dieser Woche hier in Malaga mit der ersten Gruppe wieder aufs Bike stieg merkte ich, dass nicht nur meine Skills, sondern plötzlich auch meine Locker- und die Verspieltheit wieder da waren.

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Alltag im Bike-Bum-Leben heisst auch, dass du Woche für Woche wieder neue Leute kennenlernst und Zeit mit ihnen verbringst.

Und diese Woche haben wir wieder einmal eine ganz spezielle Mischung an Fahrern hier. Da wäre erst einmal ein Kollege meinerseits, den ich letztes Jahr hier in Malaga kennengelernt und meinen 30. Geburtstag gefeiert habe. Da kam schon Freude auf, als wir gestern wieder gemeinsam shredden konnten. Weiter sind zwei Schweden hier, die ich erst einmal nicht einschätzen konnte, die aber nach ein paar Gin Tonic dann doch gesprächig werden. So stellte sich heraus, dass sie nicht nur unanständig reich sind – zumindest der eine, der andere ist nur reich – nein, sie haben auch relativ interessante Familiengeschichten. So ist der eine das Ergebnis des Treffens eines damals 14-jährigen schwedischen Groupie mit einem amerikanischen Rockstar, der kürzlich gerade seine 3 Halbgeschwisterten in Amerika kennenlernte.

Ah, und da wäre noch die deutsche Richterin die sich letzten November bei einem Versuch einen Drop zu springen die Schulter gebrochen hatte.

Wieder einmal treffen hier Leute aufeinander, die in einem normalen bürgerlichen Leben wahrscheinlich nicht miteinander sprechen würden (gut vielleicht mit der Richterin und dann nicht auf persönlichen Basis, aber lassen wir das mal beiseite…).

Wieder einmal ist es herrlich zu sehen, wie Fahrradfahren Leute unterschiedlichster Schichten verbindet. Ich würde wohl kaum mit einem Superreichen, der sieben Sportkarren (vom R8 über Ferrari, Lamborghini und pipapo) in seiner Luxusvilla stehen hat, eine längere Konversation führen, geschweige denn einen unterhaltsamen Abend verbringen.

Aber hier werden die superteuren Carbon Bikes neben mein Low-Price Bike gestellt und dann wird gemeinsam Wein getrunken, geschwafelt und gelacht. So ist das im alltäglichen Leben eines Bike-Bums, wo Erlebnisse auf dem Zweirad mehr bedeuten als das, was die Leute auf dem Konto haben.

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