Whistler is calling…

(For the English version please scroll down 🙂 )

Ich mag sie nicht, Entscheidungen. Es bereitet mir unglaublich viel Kopfzerbrechen beispielsweise, wenn mir die Menukarte im Restaurant nicht bloss zwei drei sondern zig Varianten bietet. So sitz ich dann da, mit Schweissperlen auf der Stirn, restlos auf dem Stuhl hin und her wackelnd – Vorspeise oder nicht, Preise abwägend, Abzähverse aufsagend und dann doch nicht zufrieden sein, nicht wissend, ob jetzt der Salat mit dem Grillgemüse mir den Tag eher erhellt als der Vegi-Burger mit gegrilltem Halloumi Käse. Und wenn sich der nette Serviermann schon zum zweiten mal erkundigt ob ich mich dann entschieden habe bin ich kurz vor dem Kurzschluss… «Aaaahm, hmmmm… keine Ahnung ahm… ich glaube… aaahm, hmmm….» komm schon, Augen zu und durch «aaaahm, den Salat mit dem Halloumi Burger?»

Wie auch immer, dummerweise beinhaltet ein Leben ab von der Normalität, ohne festen Wohnsitz und 100 Prozent Arbeitsstelle auf die nächsten 100 Jahre, konstant Situationen in welchen ich mich entscheiden muss. So hat mich mein morgentlicher Stopp im Sand in Malaga und dem daraus resultierenden Armbruch mit Spitalaufenthalt vor ein paar Entscheidungen gestellt. So habe ich mich entschieden meine spanischen Zelte abzubrechen und sie in England aufzubauen. Ich habe mich entschieden, nichts in Spanien zurückzulassen – weiterzuziehen. Eine Entscheidung habe ich aber lange vor mich hergeschoben: Fällt mein Sommer im kanadischen Whistler ins Wasser oder nicht? Die Ärzte sprechen von vier bis sechs Monaten kein Mountainbiken und das Ausweichdatum, das ich für Whistler provisorisch gesetzt habe wäre genau drei Monate nach der Operation. Ist zu früh, zu riskant? Wenn mir die Platte ausbricht, sitz ich ganz tief im Mist. Ausserdem könnte ich hier in England mit einem normalen Job etwas Geld verdienen – was ja hinsichtlich dem kommenden Winter in Neuseeland nicht verkehrt wäre.

Gehen oder hier bleiben? Etwa drei mal hatte ich mich für eine Variante entschieden – und sie dann wieder über Bord geworfen. In schlaflosen Nächten wog ich, mich hin und her wälzend, die Vor- und Nachteile ab. Ich suchte in Stelleninseraten nach Aushilfsjobs, hatte sogar ein Vorstellungsgespräch und plötzlich dämmerte es mir – langsam aber sicher bewege ich mich in eine Richtung hier, von der ich mich vor etwas mehr als einem Jahr abgewendet habe. Ja, mein Freund ist hier und ich geniesse es in seiner Nähe zu sein, aber ich gehöre auf mein Fahrrad.

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Mein Armbruch verlief bis jetzt ohne Komplikationen und die Physio ist mit meinen grossen Fortschritten positiv überrascht. Ich benutze den Arm soweit wieder ganz normal und bilde mit Crosscountry-Runden im Wald meine Fitness wieder auf.

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In drei Wochen wird mein Arm in der Endkontrolle nochmals geröngt. Und danach gebe ich mir nochmals vier Wochen, bevor es dann wieder ernsthaft bergab geht.

Ja, ich mag mich mit Entscheidungen manchmal schwer tun. Doch wenn es um mein Fahrrad geht, dann steht die Antwort schon bei der Fragestellung fest: Bikes kommen immer an erster Stelle.

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Whistler is calling…

I do not like them: decisions. They are just doing my head in, for example, if the menu in the restaurant not just offers me two or three but tens of choices. I always end up with sweaty armpits, wagging back and forth in my chair, compairing prices, reciting some counting-out rhymes and then not be satisfied with the result, not knowing whether now the salad with the grilled vegetables would rather brighten my day than the veggie burger with grilled halloumi cheese. And when the nice waiter comes around for the second time and asks if I then decided I’m about to short-circuit. „Aaaahm, hmmmm … no idea ahm … I think … aaahm, hmmm ….“ Come on, make a decision „aaaahm, the salad with haloumi burger?“

Anyway, unfortunately, a life far from normality, with no fixed home and no 100 percent job for the next 100 years, brings me constantly into situations where I have to decide. Like on that bright early morning a couple of weeks ago when my faceplant in Malaga resulted in a broken arm and hospitalization. I decided to take my Spanish tents down and rebuild them in England. I decided that none of my few belongings remains in Spain – I decided to move on. Only one decision I’ve procrastinated for quite a long time: Shall I cancel my summer in Whistler or not? The doctors are talking about four to six months no mountain biking and the postponed date I have set provisionally for Whistler would be exactly three months after surgery. Is too early, too risky? If my plate in the arm somehow broke out, I’d be in shit loads of trouble. Furthermore, with a normal job here in England I could earn some money – which would not be completely wrong considering my stay in New Zealand the coming winter.

Go or stay? About three times I had chosen a option – and then thrown back overboard. In sleepless nights, I weighed the advantages and disadvantages, tossing and turning from one side to the other. I was looking at job advertisements, even had a job interview and then suddenly it dawned on me – slowly but surely I’m moving in one direction, of which I have turned away, a little over a year ago. Yes, my boyfriend is here and I really enjoy to be close to where he is, but no; I belong on my bike.

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My broken arm is healing so far without any complications and the physio is pleasantly surprised with my great progress. I use the arm nearly normally and working on my fitness with cross-country loops in the woods.

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In three weeks, my arm gets X-rayed again in the final check up. And then I give myself another four weeks before everything goes seriously and happily downhill again.

Yes, I might have some issues with decisions sometimes. But when it comes to my bike, the answer is already at hand: Bikes always come first.

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