Der Anfang einer grossen Liebe – The Whistler-Lovestory

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Die erste Begegnung

Da stehe ich nun, mit weit offenen Augen und einem breiten Grinsen, das einfach nicht mehr aus dem Gesicht verschwinden will. Ich fühle mich wie ein kleines Kind das zum ersten mal durch die Tore Disneylands läuft: Trails, Drops, Jumps und Bikepark soweit ich sehen kann und ich realisiere: «Nun bist du angekommen – Welcome to Whistler!»

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Photo by John Inman @peakleaders

Die Anzeichen dafür waren schon zuvor da: Übergrosse Pickup Trucks mit Bikes auf der Brücke, Rider die ihr Downhill-Gefährt durch die Gassen schieben, überdurchschnittlich viele Passanten mit eingegipsten Körperteilen oder Dirtjumps neben dem Parkplatz. Jetzt da ich jedoch im Zielgelände des Phat Wednesday Race stehe und während dem Nachtessen neben Troy Brosnan sitze, glaube ich es endlich. Es kann nicht schnell genug Morgen werden, denn mein Bike «Rufus» und ich sind nun sowas von bereit.

Das erste Date

Etwas schüchtern schiebe ich Rufus durch die Schlange vor dem Lift während ich sorgfältig die Ladetechnik der Bikes analysiere. Schliesslich will ich ja nicht als Whistler-Virgin auffallen.

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Photo by John Inman @peakleaders

Mein Outfit habe ich dementsprechend gewählt – ein schlicht schwarzes Looserider T-Shirt sollte eine Prise Coolness, jedoch ein gewisses Understatement präsentieren. Vom Lift aus sehe ich die ersten interessanten Trails: Canadian Open mit dem berühmten Heckler Drop, Schleyer und zu guter Letzt – A-Line. Zaghaft und etwas eingeschüchtert von all den coolen Kids mache ich mich auf zu den ersten Trails. Die Versuchung Double Black Diamond Tracks zu erkunden wird mit jeder Abfahrt grösser, doch angesichts der Tatsache, dass ich noch zwei Monate hier verbringen werde und vor zehn Wochen meinen gebrochenen Unterarm mit einer Platte fixiert bekam, lässt es mich die ersten Tage dann doch etwas gemütlicher angehen. Whistler und ich wollen das Feuer der Leidenschaft ja nicht zu schell verbraten – unsere Beziehung soll schliesslich Zukunft haben.

Die erste Verliebtheit

Nach der ersten Woche ist das Eis gebrochen. Whistler und ich kennen uns langsam, das Vertrauen steigt und auch wenn ich jeden Tag ein paar neue Tracks erkund bleiben immer noch unzählige noch unbekannte Möglichkeiten. Auch wenn Bikeparks in Europa immer grösser und beliebter werden, keiner kann sich mit der Grösse und die Vielfältigkeit Whistlers vergleichen. Und ich spreche hier lediglich vom Bikepark und lasse das riesige Trailnetz rund um den Bikepark in Whistler, Pemberton und Squamish ausser Acht. Ja, ich bin verliebt, sehe die Bikewelt durch die rosarote Goggle.

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Photos by John Inman @peakleaders

Mittlerweile habe ich mich auch dem Dresscode angepasst.Tanktop und Neckbrace sind das A und O einer würdigen «Parkratte» – genau so wie die Schürfwunden an Armen und Schultern, welche Stolz zur Schau getragen werden, ganz nach dem Motto: «Flat out, ride free, stay (sometimes too) loose». Und mittlerweile habe ich auch realisiert, dass die Bikepark Welt, wie sie im Video Edit «I only ride park» dargestellt wird, nicht ganz aus der Luft gegriffen ist.

Die erste Begegnung mit einem Bär habe ich hinter mir und ich habe mich auch langsam daran gewöhnt, dauernd irgendwelchen Bike-Persönlichkeiten über den Weg zu laufen: In der Schlange vor dem Imbiss Chris Kovariks interessanten Backenbart studieren? Sich auf dem Sessel mit Stevie Smith über seine Comeback unterhalten? Mit Sam Pilgrim zum Start von Dirt Merchant rollen? Auf dem Track von Fabien Barel angefeuert werden? Hey, Alltag in Whistler Bikepark…

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Photo by John Inman @peakleaders

Erste Problemchen

Wie es in jeder guten Beziehung vorkommt, gibt es neben heiter Sonnenschein leider auch einige kleine Hindernisse, die es zu beseitigen gilt. So beginnt Fahrer und Gefährt nach den ersten zwei Wochen die Rauheit und die hohen Geschwindigkeiten zu spüren. Rufus war nicht neu, aber gut unterhalten, bevor er zusammen mit mir dieses Abenteuer begann.

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Nach zwei Wochen Bikepark mussten bereits einige Teile ersetzt werden: Bottombracket, Headset Bearings, ein Pedal, ein Tauchrohr, die gesamte Reboundseite meiner Fox 40 und DU-Buchsen meines Dämpfers…

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Weitere Reparaturen stehen in der Warteliste – gewisse Knackgeräusche von Rufus werden aufgrund limitiertem Budget ignoriert. Was ich jedoch nicht ignorieren kann ist der Schmerz, der die steigende Belastung auf meinen mehr oder weniger frisch operierten Arm signalisiert. Zum guten Glück ist die Anzahl an Physiopraxen vergleichbar mit jener der Bikeshops und hurra, ich muss meiner Therapeutin auch nicht erklären, was dieses «Downhillen» eigentlich ist.

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«Ich werde dich wohl kaum davon überzeugen können es langsamer anzugehen also gebe ich mein Bestes die Knochenheilung voranzutreiben und den Schmerz in Grenzen zu halten», ist ihr einziger Kommentar, danach unterhalten wir uns über die Whistler Standard-Smalltalk-Themen: Biken und die Masterchallenge «Ein Arbeitsvisum bekommen».

Start in eine langfristige Beziehung

Nach gut einem Monat gehören Rufus und zu den alten Whistler-Hasen – auch wenn wir nach wie vor noch nicht alle Tracks kennen. Wir sind durch super geniale, gute und ein wenig weniger gute Zeiten gegangen. Wir können bereits auf gewisse Highlights zurückschauen. Eines davon ist ein Trip hoch hinaus zu «Top of the World» – der wundervolle Tech-Track, der hoch über dem höchsten Punkt des Bikeparks startet.

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Photo by John Inman @peakleaders

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Photo Cheryl Mc Clorey @peakleaders

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Ebenfalls zu den Glanzmomenten gehört das Gefühl, wenn du das erste Mal auch die grössten Jumps auf A-Line in die Landung schaffst.

Ja, die erste Verliebtheit ist vorbei und mittlerweile kann ich mir ein Bikeleben ohne Whistler nicht mehr vorstellen. Auch wenn wir in ein paar Wochen kurzfristig getrennte Wege gehen werden und ich Whistler während dem Winter mit Neuseeland betrügen werde, wissen wir beide, dass dieser Sommer nur der Anfang einer langen, wundervollen Geschichte sein wird.

Dieser Artikel ist kürzlich auf Dirt Magazine Germany publiziert worden. Hier ist der Link dafür: http://dirtmountainbike.de/longform/das-erste-mal-bikepark-whistler-lovestory#MyiR3oWX3gBJOBv3.97

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The first encounter

Here I am now, with eyes wide-open and a big grin which just doesn’t want to disappear from my face. I feel like a little kid running through the gates of Disneyland for the first time: Trails, Drops, jumps and bike park as far as I can see, and I realize: «You’ve finally arrived – Welcome to Whistler!»

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Photo by John Inman @peakleaders

There has been evidence for that before: Oversized Pickup Trucks with bikes on the bridge, people pushing their downhill vehicles through the streets, a large amount of people with their limbs in casts or dirt jumps next to the parking lot. But now that I’m standing in the finish area of the Phat Wednesday race and after that sitting next to Troy Brosnan at dinner, I finally start believing it. It can not be morning soon enough, because my bike „Rufus“ and I are now so ready.

First Date

I give Rufus a slight push and line up at the queue in front of the chair lift while carefully obseving the loading technique. «Just don’t draw any attention towards you as you’re loading so you don’t get demasked as a Whistler-Virgin», I’m telling myself.

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Photo by John Inman @peakleaders

My outfit is chosen accordingly – a plain black Loose Riders T-Shirt should, however, present a pinch of coolness but still keep a certain understatement. From the chair lift, I see the first interesting trails: Canadian Open with the infamous Heckler drop, Schleyer and finally – A-Line. A bit intimidated by all the cool kids I head to explore my first trails. The temptation to explore some Double Black Diamonds gets bigger with each lap, but given the fact that I’m going to spend ten weeks here and that my broken arm just got fixed with a plate ten weeks ago, I decide to take it easy. Whistler and I don’t want the fire of passion to burn out too quickly – our relationship shall have a solid future.

The seeds of love are growing

After the first week the ice has been broken. Whistler and I know each other more and more, confidence rises and although I’m discovering new trails every day, there still remain countless yet unknown possibilities. Although bike parks in Europe are getting bigger and more popular, none of them can compete with the size and the diversity of the one in Whistler – only speaking of the Bike Park itself and ignoring the huge trail network all around the Park in Whistler, Pemberton and Squamish. Yes, I’m in love, and I see the bike world through rose-tinted goggles.

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Photos by John Inman @peakleaders

Meanwhile, I adjusted my outfit as well: Tanktop and Neckbrace are the alpha and omega of a worthy «Park Rat» – just like the abrasions on arms and shoulders, which are proudly presented just in the sense of: «Flat out, ride free, stay (sometimes too) loose». And I’ve realized where story base for the Video Edit «I only ride park» comes from.

I already had my first encounter with a bear and I’m used to permanently bump into any big names from the bike industry: studying Chris Kovariks interesting sideburns while standing in the line for the snack bar? Chatting with Stevie Smith about his comeback on the chairlift? Rolling with Sam Pilgrim to the start of Dirt Merchant? Get some cheers on the track from Fabien Barel? Hey, that’s normal life in Whistler Bike Park …

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Photo by John Inman @peakleaders

First little problems

As it happens in any good relationship, not everyday is happy sunshine, unfortunately there are some small obstacles that need to be tackled. Rider and ride slowly start to feel the roughness and the high speed after the first two weeks. Rufus was not new, but well maintained before he started this adventure with me.

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After two weeks, the bike park allready claimed his toll and some parts already had to be replaced: Bottom Bracket, headset bearings, a pedal, a stanchion, the whole rebound side of my Fox 40 and the DU-bushes of my shock…

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More repairs are on the waiting list – and some of Rufus’s rattling is ignored due to a limited budget. But what I can not ignore is the pain that shows the increasing pressure on my more or less recently operated arm. Luckily the number of Physio practices is comparable to the one of the bike shops and hurray, I don’t need to explain to my therapist what this «downhill riding» actually is.

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«I probably won’t be successful in convincing you to take it easy so I just do my best to support bone healing and work on pain relieve», is her only comment, then we talk about the Whistler standard smalltalk topics: Biking and the master challenge «how to get a work visa».

Start into a long-term relationship

After just over a month Rufus and I slowly know how Whistler rolls – even if we still don’t know all tracks. We have gone through amazing, good and a maybe a bit less good times. We can already look back on some highlights. One of these is a trip to «Top of the World» – the lovely tech track that starts high above the highest point of the bike park.

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Photo by John Inman @peakleaders

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Photo Cheryl Mc Clorey @peakleaders

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Also one of these amazing moments when you manage to land even the biggest jumps on A-Line on the backside for the first time.

Yes, Whistler and I have learnt how to love each other and I can’t imagine my life without it anymore. Even if we go separate ways in a few weeks and I’m going to cheat on Whistler with New Zealand during the winter, we both know that this summer is just the beginning of a long and wonderful lovestory.

This article was recently published on Dirt Magazine Germany. Here’s the link – http://dirtmountainbike.de/longform/das-erste-mal-bikepark-whistler-lovestory#MyiR3oWX3gBJOBv3.97

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