Schlamm, Spital und der Traum von Epic Shit!

(for English just scroll down a wee bit…)

Anscheinend sei die erste Rennsaison meist ein Reinfall. So wurde mir das jedenfalls von so einigen gesagt und scheint für mich ziemlich zutreffend zu sein. Ja, irgendwo ist da der Wurm drin, ein Knopf im Kopf. Wie ich diesen Wurm loswerden und den Knopf lösen kann, na für diesen Ratschlag wäre ich sehr dankbar. Wie auch immer, first things first…

Da war der erste Stopp des Swiss Downhill Cups in Morgins, eigentlich war das ja mehr ein Triathlon als ein Downhill-Rennen: Im Matsch schwimmen, dann mit dem Fahrrad durch den Schlamm rennen und dann noch ein bisschen Fahrradfahren. Noch nie habe ich so Verhältnisse erlebt. Obwohl es Donnerstag und Freitag trocken war und sogar noch die Sonne schien, die Regentage zuvor haben den Track so aufgeweicht, dass er schon nach dem ersten Trainingstag völlig verfahren war. Der Zielsprung, ein schön geshapedes Rivergap wurde gar nicht erst geöffnet, da die Landung nicht austrocknen konnte.

In meinem ersten Trainingslauf wurde ich, wie praktisch jeder andere, von einer flachen und sehr sehr rutschigen Wurzelkurve überrascht und überstreckte dabei meinen Arm. Die Kraft war weg und ich konnte nur noch auf Sparflamme fahren. Schmerzmittel und Chinesischem Wunderspray sei Dank, konnte ich dann doch weiterfahren. Ja und dann folgte ein regnerischer Samstag. Was den ohnehin schon verfahrenen Track zum Schlammfest verwandelte. Einige Sektionen im Wald waren schon fast nicht mehr fahrbar. Dank der Nässe ging es aber noch. Mein Qualilauf war nicht überwältigend, ich pennte rum, machte ein paar Fehler, landete auf einer Linie die ich noch nie gefahren war und musste das Bike ein Stück schieben. Umso erstaunter war ich dann im Ziel, als ich sah dass ich mich als Zweite hinter Geraldine Fink qualifiziert hatte. Da hatte ich doch direkt etwas Freude. Geht doch – und sogar bei solchen Bedingungen und mit halblahmen Arm…

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Sonntag war jedoch dann eine ganz andere Geschichte. Der Regen stoppte und der Matsch verwandelte sich in Lehm. Man hätte mit dem Track Häuser bauen können. Im morgendlichen Training blockierten die Räder, mit Fahren hatte das nichts mehr zu tun, geschweige dann mit Spass. Und es blockierten nicht nur die Räder, nein, auch meine Gabel gab den Geist auf. Bocksteif, kein Stück liess sie sich mehr bewegen. Glücklicherweise war Sergio vom Bike Patcher vor Ort und schraubte mir kurz vor dem Rennlauf noch seine Fox 40 an mein Rad.

Ich raffte mich dann zum Rennen auf, war in den ersten Anliegern noch mit der neuen Gabel und deren etwas anderem Verhalten beschäftigt, schaffte es dann überraschend gut über die erste technische Wurzelpassage und dann begann es… ein Ausrutscher nach dem Anderen, bei Nummer 4 habe ich mit dem Zählen aufgehört, einmal stieg ich noch über den Lenker ab, ein Mal hielt ich an um Geri vorbei zu lassen, ein anderes Mal um meinen verrutschten Neckbrace zu richten. 7 Platz von neun Startenden. Auch wenn die Bedingungen nicht wirklich ein faires Rennen zuliessen und das Resultat, wie alle meinten nicht wirklich zähle, war ich doch bitter enttäuscht.

Direkt eine Woche danach gings dann nach Schladming, zur Runde drei des European Cups und mein Gott hatte ich Spass. Die Strecke war einfach der Hammer. Die Sprünge, die steile technische Wurzelpassage, einfach nur toll… Nach ein paar Kennenlernrunden konnte ich die ganzen Lines fahren und war einfach nur happy. Zusammen mit Vito und Ramun Tschennett hatten wir ein paar coole Trainingsfahrten. Durch den Regen am Freitagabend (beim letzten Run gerieten wir in einen Hagelsturm – auf den Tracks liefen Bäche hinunter und die Wiesenkurven wurden etwas rutschig… 🙂 ) war die Streck am Samstagmorgen etwas rutschig. Im Training war ich nach der Wurzelpassage mit dem einklicken in die Pedalen beschäftigt und rutschte dabei auf einer kleinen Wurzel aus. Ich landete auf meinem Problem-Knie. Ich konnte fühlen, dass es innerhalb des Schoners am anschwillen war, machte aber trotzdem noch meinen Qualirun. Der verlief, ok. Nicht gut, aber ok – bis ich dann in der Wiesenkurve mit dem Vorderrad abrutschte und wieder auf mein Knie fiel. Danach war aus die Maus. Ich beendete im hinteren Drittel und konnte mein Knie nicht mehr beugen.

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Aus diesem Grund entschied ich mich dann auch, am Sonntag nicht mehr an den Start zu gehen. Rustys brillianten Lauf, den er auf dem 17 Platz beendete, verfolgte ich per Livetiming aus dem Schladminger Spital.

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Dahin verfrachteten mich die erste Hilfe Leute nämlich sofort, als sie mein Knie gesehen haben. Nach einer Röntgenaufnahme gaben die Ärzte jedoch Entwarnung und humpelte wieder zurück zum Renngelände. Auch wenn es für mich nicht so toll gelaufen war, das Weekend war Hammer – ich habe mich in die Strecke in Schladming verliebt.

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Ohne Pause gings dann weiter zum zweiten Stopp des German Downhill Cups im Brandnertal im Voralberg. Mein Knie liess sich zwar immer noch nicht wirklich gut biegen, doch von meiner allerbesten Personal Notfall Physiotherapeutin Nadine Roel habe ich ne Anleitung zum Tapen bekommen.

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Nach dem Trackwalk am Freitag entschied ich mich dann jedoch, auf das Fahren zu verzichten. Der Track sah Hammer aus, vor allem die Jumpline mit einem netten Double zum Abschluss war sowas von verlockend. Aber die Wurzelpassagen waren sehr anspruchsvoll und die Chance, dass man sich im einen oder anderen Run mal etwas hinlegt war gross. Und mein Knie konnte zur Zeit einfach gar nichts ertragen, nicht einmal eine Kollision mit einem Marschmellow. Und in Hinblick auf den nächsten EDC in Spicak nächste Woche, den ich unbedingt fahren will, liess ich mein Bike in der «Garage».

Ja, die Rennserien in Europa stehen bis jetzt nicht unter einem guten Stern. Ich weiss, wie schon erwähnt nicht, wie ich meinen Knopf lösen kann. Es ist einfach etwas frustrierend. Ich weiss dass ich es kann, dass ich gute Resultate einfahren kann. Aber die Misserfolge häufen sich und der Schatten wird immer grösser. Ich sehe Mädels auf dem Podest die ich in einer von mir lahm empfundenen Quali schlage. Sobald die Uhr tickt mach ich Blödsinn, habe Pech, regiere falsch… jedes mal ist es etwas anderes.

Nicht verzagen, weiter Rennen fahren und den Glauben an mich nicht verlieren. Und vor allem Spass an den Tracks haben…

Und irgendwann wird sich dann mein Traum mal erfüllen und ich werd mich nach Kanada verziehen. Und dort können mir die Rennen dann gestohlen bleiben. Da pfeiff ich dann darauf ne Nummer zu sein. Dort wird nur noch nach einem Motto gelebt: Do epic shit!

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Mud, hospitals and the dream of epic Shit!

Apparently the first racing season is usually pants, so I was told by many people and it seems to be pretty accurate in my case. Yes, something’s not right in my racing head and I don’t really know yet to sort that out. I would be very grateful for the solution but anyway, first things first…

First was the first stop of the Swiss Downhill Cup in Morgins. Well actually it was more a triathlon than one downhill race: swimming in dirt puddles, then running with the bike through the mudd and a little bit of bike riding. I have never experienced such conditions. Although it was dry on Thursday and Friday with even some sun shine, the rain of the days before have soaked and softened the track so it was already quite destroyed after the first day of practice. The end jump – a lovely made river gap – was not even opened because they couldn’t hard pack the landing.

In my first training run, like virtually every other rider, I got caught by a flat and very very slippery rooty corner and overstretched my ellbow. The strength was gone and I was riding on the back burner. Painkillers and Chinese miracle spray helped me so I could continue riding. Well, and then followed a rainy Saturday. The already destroyed track turned into a mud festival. Some sections in the forest were almost no longer rideable. My quali run was not overwhelming, I was dreaming, made a few mistakes, landed on a line that I had never ridden before and had to push my bike in some sections. I was quite surprised in the finish when I realized that I had qualified second behind Geraldine Fink. Happy times – considering the conditions and my semi-lame arm …

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Sunday was an entirely different story. The rain stopped and the mud turned into clay. You could have built houses with the track. In the morning training the wheels blocked up with all the gue. It didn’t have anything to do with riding anymore. And not only my wheels blocked, but also my fork. Stiff as, it wouldn’t move a single inch anymore. Fortunately Sergio from the bike Patcher was there and helped me out by putting his Fox 40 on my bike just before my race run.

It took me the first berms to get used to the other fork, managed then surprisingly well to get through the first technical root section and then it began … one crash after another, I stopped counting after number 4. Once I went over the handlebars, once I stopped to let Geri pass, another time to adjust my neckbrace. 7th out of nine. Even if the conditions did not really permit a fair race and, as everyone said, the results did not really count, I was bitterly disappointed.

Directly a week later we went to Schladming, for round three of the European Cup and oh my God, I had fun. The track was just awesome. The jumps, the steep technical root section, just great … After a few laps I started to know the track, was able to ride all the lines and was just happy. Together with Vito and Ramun Tschennett we had some cool training rides. Because of the rain at Friday evening (on our last run we were caught in a hail storm – streams were running down the track and the grassy offcamber corners were slightly slippery … :-)) it was all a bit slippery on Saturday morning. In training I was occupied with clipping back into my pedals and slipped on a small root. I landed on my spaz-knee. I could feel that it was swelling up, ignored it and went for my Qualirun. That went, ok. Not good, but ok – until my front slipped in the grassy corner and I fell again on my knee. That was it. I finished in the lower third and could not bend my knee anymore.

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Thats why I decided then not to start on Sunday. Rusty’s brilliant run (he finished 17th place), I followed via live timing from Schladming hospital.

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Thats where the first aid people brought me immediately as they saw my knee. However, after an X-ray the doctors gave the all-clear and I limped back to the race track. Even if it didn’t turn out overly great for me racewise, the weekend was a blast – I am in love with the track in Schladming.

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Without a break we went on to the second stop of the German Downhill Cup in Brandnertal in Vorarlberg. My knee was still quite bruised and swollen, but I got some instructions for taping from my very best personal emergency physiotherapist Nadine Roel.

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After track walk on Friday, I decided, however, not to ride this weekend. The track looked sweet. Especially the jump line with a nice big double at the end looked really tempting. But the root sections were very demanding and the chance that you have a little off was really big. And with my knee I couldn’t afford the tiniest little thing, not even a collision with a Marshmellow. Regarding the next stop of EDC in Spicak next week, which I really really wanna race, I left my bike in the „Garage“.

Yes, the race series in Europe aren’t really under a lucky star. I don’t know, as I’ve already mentioned, how I can sort my head out. It’s just a bit frustrating. I know I’m a good rider and I can get good results. But the failures pile up and the shadow of them are growing. I see girls on the podium which I beat with, in my oppinion, lame quali runs. But once the clock is ticking I make mistakes, have bad luck, react wrongly… every time it is something else.

Well I just try not to loose my faith in me, continue racing and especially having fun on the tracks…

And someday my dream will come true and I’ll move to Canada. And there I will give a f*** about racing. I’m not gonna be a number anymore and just live by one thing: Do epic shit!

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